Seiten

Dienstag, 25. März 2014

Aalen entführt einen Punkt beim 1. FC Köln

Freitag Abend, 20.15 Uhr – auf den Anzeigetafeln in Berlin und Dresden steht 1:1 und 1:1 – mehr als nur ein schöner Start in den 26. Spieltag. Jedenfalls für den 1. FC Köln, weniger für Greuther Fürth, den SC Paderborn und Union Berlin. Die wollen einfach nicht so richtig, die direkten Verfolger der Geißböcke, oder ist es eher so, dass sie es nicht besser können?

Samstag Nachmittag, 14.45 Uhr – auf den Anzeigetafeln in Köln und am Hamburger Millerntor steht 0:0 und 0:0 – ziemlich doofe Fortsetzung des 26. Spieltags. Jedenfalls für den 1. FC Köln und St. Pauli, weniger für Greuther Fürth, den SC Paderborn, Union Berlin und mal wieder für Kaiserslautern. Und die haben dann am Sonntag ihre Chance ausnahmsweise mal genutzt, oder besser gesagt, mit dem nötigen Glück bei den 1860ern den Dreier geholt. Warum der FC nicht gewonnen hat? Antworten habe ich jede Menge gefunden in Presseberichten und diversen Foren. Zufrieden sein kann man mit keiner, weil es einfach keine nachvollziehbare Erklärung dafür gibt, wieso der 1. FC Köln zu Hause vor 45.700 Zuschauern einfach kein Tor gegen eine Mannschaft wie den VfR Aalen schießt. Liebe Aalener, euer VfR soll hier keinesfalls abgewertet werden, ganz im Gegenteil. Respekt vor der Leistung, die eure Mannschaft gezeigt hat, aber ein Team mit dem Potential und dem Anspruch eines 1. FC Köln hat normalerweise mindestens ein Tor gegen einen Zweitligaverein aus der Kategorie „mausgrau“ zu schießen.
 
Mal wieder "zu Null" gespielt.
 

Köln und das Vierpunktepolster

Versuchen wir mal, das Positive in den Blickpunkt zu rücken. An der Tabellenspitze hat sich nichts geändert, der FC hat weiter ein „Zweispielepolster“ auf Fürth. Es wäre durchaus möglich gewesen, dass ein Konter urplötzlich hinter Timo Horn im Netz gezappelt hätte, hat er aber nicht. Und dann war da noch die Einwechslung von Kazuki Nagasawa. Was der Junge in 35 Minuten gezeigt hat, war einfach Klasse. Da stand auf einmal jemand auf dem Platz, der zielstrebig und sicher nach vorne spielte. Nicht erst den Ball annehmen, mal kurz auftitschen lassen, schauen, abdrehen, zurückspielen … Nee, der hatte den Blick für den Mitspieler, machte das Mittelfeldspiel druckvoll und setzte auf Offensive. Nach dem Kurzeinsatz sollte man Winterneuzugang zwar nicht in den Himmel loben und als den neuen genialen Spielmacher hochjubeln (man erinnere sich an den ersten Auftritt von Sascha Bigalke im FC Trikot), aber die Spielweise des Japaners macht Hoffnung. Gut fürs Selbstbewusstsein wird es auf jeden Fall gewesen sein, und vielleicht gibt eine etwas offensivere Grundausrichtung der Mannschaft den nötigen Kick Richtung gegnerisches Tor. „Wir haben gegen einen sehr spielstarken Gegner einen glücklichen Punkt mitgenommen“, gab Aalens Coach Stefan Ruthenbeck nach dem Spiel unumwunden zu. Zum Teilerfolg beigetragen hat ganz wesentlich seine taktische Vorgabe, die nicht unbedingt darauf ausgerichtet war, einen Treffer erzielen zu müssen. Direkt nach dem Spiel habe ich mir erst mal den Hund geschnappt und bin mit ihm in den Garten gegangen; ein wenig Ablenkungsmanöver, weil ich mir nicht sicher war, ob ich mich über das Ergebnis ärgern sollte oder nicht. Der Hund meinte, es wäre Blödsinn sich zu ärgern, weil der Vierpunkte-Abstand immer noch ein Vierpunkte-Abstand sei. Kluges Tier, dachte ich mir, habe mich nicht geärgert.

Karlsruhe ist nicht Aalen, oder doch?

Der Punkt beim Aufsteiger (so hat Ruthenbeck den FC in der PK bezeichnet) war das Ziel der Aalener und genau das wird auch der Karlsruher SC im Visier haben, wenn er am Mittwoch nach Müngersdorf kommt. Viele meinen ja, dass die Karlsruher ganz anders auftreten werden, sich nicht hinten rein stellen und in erster Linie Tore verhindern wollen. Die werden ihre Chance suchen, offensiv auf Sieg spielen. Also setzte ich mich an den PC und wollte in der Facebook-Gruppe „FC-Echo“ meine Meinung verkünden, dass der KSC genau das nicht tun werde. Und siehe da, es gibt andere Fans, die es auch so vermuten. Da hatte der Michael Tuchscherer drei oder vier Minuten vorher geschrieben: „Ich glaube nicht, dass Karlsruhe 'höher springen wird als nötig'. Die haben unsere letzten Heimspielgegner mit Sicherheit gut studiert. Demnach wären sie falsch beraten gegen Köln 'Fussball spielen zu wollen'. Die werden sich auch sagen, warum mehr tun als nötig und gegebenenfalls ins offene Messer laufen. Ich bin mir ganz sicher, dass der KSC den FC kommen lassen wird und es ein ähnliches Spiel wird, wie gegen Cottbus und Aalen. Im Prinzip haben die beiden Mannschaften doch alles richtig gemacht.“ Praktisch, da brauchte ich nur noch zu schreiben: „Sehe ich auch so.“ Der Michael hat mir übrigens erlaubt, dass ich ihn ohne Honorarforderung zitieren darf.

Tore schießen

Es hat sich nichts geändert an der Spitze, weil die Verfolger wieder einmal brav mitgespielt haben. Irgendwann werden die aber auch merken, dass man gewinnen muss, um ganz nach oben zu kommen. Vorher wäre es ratsam, dass auch der FC das tut, was nötig ist, damit man gewinnt : Tore schießen, am besten direkt am Mittwoch damit anfangen.
copyright Text und Fotos:
Max Günter Jagodzinska
Alle Fotosund Texte dieses Blogs sind urheberrechtlich geschützt.
Jegliche Verwendung ohne vorherige schriftliche Freigabe ist untersagt

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen