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Donnerstag, 11. September 2014

Stögers Plan - 1. FC Köln eine „fixe Größe in der Bundesliga“

Wie gut, dass es im Pressewald auch so etwas wie den Sport-Informations-Dienst (SID) gibt. Da bekommt man dann auch mal einen Text ohne Stimmungsmache zu lesen. Aussagen einfach so, wie sie gemeint sind, ohne irgendwelche hinterlistigen Verdreher. Da wird Peter Stöger zur noch offenen Vertragsverlängerung von Timo Horn gefragt und antwortet unter anderem: „Wenn er sich nicht sicher ist, habe ich damit kein riesiges Problem, wenn er nicht will.“ Mich wundert's, dass noch keine Bild-Sondermeldung mit der Headline gekommen ist „Stöger plant ohne U21-Nationalkeeper Horn“, oder dass der Express noch nicht stänkert: „Stöger vertreibt Horn nach Leipzig“.
 
Riesengroße Möglichkeiten
 
Spätestens dann, wenn man diesen Interview-Bericht komplett gelesen hat, dann muss man als Köln-Fan den Pitter einfach lieb haben. Dem Wiener unterstelle ich ganz einfach Ehrlichkeit sich selbst, seinem Arbeitgeber und den Fans gegenüber. Wenn Stöger sagt: „Die Möglichkeiten hier sind riesengroß. Ich fühle mich irrsinnig gut aufgehoben. Es ist Ansporn für mich, diesen Verein zur fixen Größe in der Bundesliga zu machen, deshalb habe ich auch meinen Vertrag verlängert“, dann hat das absolut nichts mit Daumscher Herzfürkölle-Säuselei zu tun.
 
 
Peter Stöger, gefragter Interview-Partner
 
 
Und dazu kommt dann noch diese herrlich trockene Rhetorik. Einen Satz wie „Ich hätte kein Problem damit, wenn der ein oder andere sich gefühlt verbessern möchte" muss man einfach genießen. Das kleine Wörtchen „gefühlt“ sagt in diesem Zusammenhang sooo viel mehr aus, als ellenlange Beschreibungen. Da fällt mit ganz spontan der Name Mitchell Weiser ein. Ein junges Talent, das sich gefühlt Richtung München verbessert hat und schon bald alle Ambitionen drastisch runterschrauben musste. Nebenbei bemerkt: Diejenigen, die sich heute über den Jungen lustig machen und hämisch über seine Frisur lästern oder Sprüche bezüglich seines Vaters klopfen, sollten mal in einer ruhigen Minute überlegen, ob sie es selbst besser gemacht hätten. Die jungen Kicker selbst haben doch in dem Vertragspoker meistens Null Ahnung und laufen Gefahr, von geldgeilen Managern verheizt zu werden. Wie es bei Sinan Kurt, dem nächsten Kandidaten aus der Kategorie „hoffnungsvolles Talent mit erhöhter Absturzgefahr“ abgelaufen ist, können nur die beurteilen, die bei den Verhandlungen dabei gewesen sind. Aber wenn das stimmt, was man in diversen Publikationen nachlesen kann, dann wird schon klar, wer sehr großes Interesse an einem Vereinswechsel hatte. So schreibt beispielsweise sportal.de am 31. August: „Zuletzt hatte Kurts Berater Michael Decker angedroht, den Wechsel zur Not mit juristischer Hilfe durchsetzen zu wollen.“
 
E Levve lang
 
Nun denn, freuen wir uns als FC-Fans, dass unser Trainer es uns gleich getan hat, und dem 1. FC Köln für die nächsten Jahre ohne Wenn und Aber die Treue geschworen hat. Wobei die Einschränkung „für die nächsten Jahre“ bei uns natürlich ersetzt wird durch „e Levve lang“!
 
Max Günter Jagodzinska
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