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Dienstag, 14. Oktober 2014

"RIGOR MORTIS" UND LÖW SIEHT GUTE ANSÄTZE


Ich lese gerade den Thriller „Rigor Mortis“ von Peter James. Und was hat das mit dem FC zu tun? Berechtigte Frage. Die Antwort: Zunächst mal wenig bis nichts. Wäre da nicht ein alter Polizeiinspektor, der zwar ziemlich beknackte Ansichten hat, aber Fußballfan ist und ein schönes Zitat liefert. Es fängt an mit seiner Feststellung: „Was ist nur mit dem Fußball in dieser Stadt los?“1 Die Story spielt in Brighton – Kenner denken da sofort an Brighton & Hove Albion - also hat diese Frage durchaus Berechtigung. Weiter geht’s im Text mit: „Manchester hat ManU, London hat die Gunners. Und was hat Brighton? Die größte Schwuchtelkolonie [deshalb das Adjektiv beknackt] Englands.“2 Ich hätte das nicht abgetippt, wenn ich nicht ähnlich beknackte Typen live in voller Blödheit in diversen Stadien der Republik erlebt hätte. Zudem ginge ohne diese Vorgeschichte der Zusammenhang verloren. Nun denn, kommen wir zu der eigentlichen Passage, die den direkten Bezug zum FC herstellt. Es passt generell, immer wieder und ganz besonders nach den letzten beiden Auswärtsspielen, wie besagter Inspektor den guten alten Winston Churchill zitiert: „Wissen Sie, was er gesagt hat? Erfolg ist die Fähigkeit von einem Misserfolg zum anderen zu gehen, ohne die Begeisterung zu verlieren.“3 Genau Winston Churchill, Du wirst zwar von Historikern gerne als rauchender Alkoholliebhaber beschrieben, aber mit diesem Gedanken können wir uns identifizieren – unsere Begeisterung für den FC lebt und wird immer leben. So Schluss mit Pathos, jedenfalls für den Moment. Denn: Trotz aller Begeisterung führt kein Weg daran vorbei, dass diese allein nicht zum Klassenerhalt reicht, es müssen Punkte her. Am besten bald und viele.


Das Ziel - Platz 15
 
Es soll ja erst Mal nur dazu reichen, am Ende des 34. Spieltags auf Platz 15 durchatmen zu können. Schön, dass Jörg Schmadtke eben das Anfang letzter Woche im TV-Gespräch wiederholt und dabei den Großteil der FC-Anhänger richtig eingeschätzt hat: „Ich habe den Eindruck, dass die Menschen dankbar sind über die Zielvorgabe Platz 15. Man tut den Kölner Fans Unrecht, wenn man ihnen immer noch unterstellt, nach zwei Siegen in Euphorie auszubrechen und auszurufen, Deutscher Meister werden zu wollen.“ Ich kann dieses dämliche Bild der verrückten Kölner, die angeblich nach jedem Punktgewinn immer direkt nach Champions League schreien, echt nicht mehr hören. Das wird auch durch die ständige Wiederholung nicht richtiger, bestätigt aber, dass bei den entsprechenden Meinungsmachern diesbezüglich irgendeine Schublade klemmen muss.

Interessant in diesem Gespräch war Schmadtkes Antwort auf die Frage nach eventuellen Absichten der FC-Führung, einen Investor ins Boot zu holen, wenn er sich denn anböte. Es ist nicht so, dass man in Köln morgen oder übermorgen diese Option ernsthaft in Betracht ziehen würde, weil der FC sich dann unter Wert verkaufen würde, meinte Schmadtke dazu und zeigte sich überzeugt, dass der Verein in drei oder vier Jahren wertvoller sein wird. Gut möglich bis sehr wahrscheinlich, ist meine unmaßgebliche Stimmungstendenz dazu.


Löws Suche

Die Erkenntnis der Woche kommt von Joachim Löw. Nach der Niederlage gegen Polen meinte der Bundestrainer im TV-Interview: „Ich sehe bei Erik Durm schon gute Ansätze.“ Da stellt sich automatisch die Frage, warum keiner dem Bundestrainer vor dem Spiel verraten hat, dass es sich in Warschau um ein Qualifikationsspiel zur Europameisterschaft handelte und nicht um einen Testkick zur Sichtung möglicher Nachfolger für Philipp Lahm oder Per Mertesacker. Zur Klärung dieser Frage wäre es nicht schlecht, wenn der DFB-Trainerstab auch Mal einen Blick Richtung Köln riskieren würde.

Zitat: Rigor Mortis, Peter James, Fischer Taschenbuch Verlag Nr. 19467, 2014, Seite73

Max Günter Jagodzinska
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