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Samstag, 29. November 2014

1. FC KÖLN IN WEIHNACHTSSTIMMUNG - DAS TOR MACHT WEIT ...


Da hilft kein Schönreden, 5:1 in Leverkusen ist eine ganz fiese Klatsche, die weh tut. Was macht man nach solch einem enttäuschenden Ergebnis? Möglichkeiten gibt’s viele, zum Beispiel: Frust wegsaufen, Schuldige suchen, heulen und jammern, Fresse abputzen und weiter machen … oder vielleicht das Positive in der Niederlage suchen. Positiv aufgefallen ist mir, dass Dr. Markus Merk als neutraler Sky-Schiedsrichter-Experte rot-weiße Pluspunkte gesammelt hat. Seiner Meinung nach gab's beim Lehmann-Elfer einen Kontakt, also richtige Entscheidung von Kinhöfer, und beim Ujah-Nichtelfer hätte erst recht auf den Punkt gezeigt und Leno mit Gelb-Rot vom Platz gestellt werden müssen – also klare Fehlentscheidung von Freund Kinhöfer.
 
Ich bin ja ehrlich und gebe zu, dass ich beim Lehmann niemals einen Elfmeter gegeben hätte. Mir fallen die Leute im sogenannten modernen Fußball fast alle ganz einfach viel zu schnell hin. „Es gab eine Berührung“, mein Gott, das ist Fußball, seit wann darf es da keine Berührungen mehr geben? Und dann werden die Berührtseinhinfallenden auch noch als clever bezeichnet. Für mich ist das nicht clever, das ist unsportlich. Nun denn, Kinhöfer hat einen Elfer gegeben, einen zweiten, wohl auf falsche Empfehlung seines Linienhelfers, nicht.

Jörg Schmadtke contra Kinhöfer

FC-Sportdirektor Jörg Schmadtke hat im Interview direkt nach dem Abpfiff jedenfalls von einer klaren Fehlentscheidung gesprochen, das ganze Spiel wäre komplett anders gelaufen. Nein, so weit würde er niemals gehen, alleine schon die Ansetzung von Kinhöfer für dieses Spiel als falsch zu bezeichnen, wie es anderswo kritisiert worden sei. Der Schlingel, genau das meinte er nämlich doch, indem er leicht süffisant darauf hingewiesen hat.

Wäre es wirklich komplett anders gelaufen? Ich weiß nicht. Mir ist da durch den Kopf gegangen, wie der FC in der letzten Zeit den Gegnern die Tore fast schon geschenkt hat. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich das Szenario vorzustellen: Der zweite Strafstoß wird gegeben und versenkt – Leno geht mit Gelb-Rot vom Platz – der FC hat einen Mann mehr auf dem Platz, spielt aber durchweg nur noch auf Vorsprunghalten – … kassiert einen Gegentreffer nach einem Freistoß, einen nach einer Ecke, bei der Horn mal wieder auf der Linie kleben bleibt, und dann haut irgendeiner den Ball in der Nachspielzeit noch ins eigene Netz. Das 1:5 ist schlimm, aber das wäre noch viel schlimmer gewesen.
 
Naives Wechselspiel
 
Als FC-Fan muss man davon ausgehen, dass bis zum Saisonende nach Niederlagen der Trainer in Frage gestellt wird. Ohne in diese Kerbe hauen zu wollen, ist mir in der 78. Minute die Frage heraus gerutscht: „Ist der Pitter jetzt bekloppt geworden?“ Was die Einwechslung von Bard Finne für Dominic Maroh sollte, darauf hätte ich wirklich gerne eine Antwort. Leverkusen hat als Antwort drei Tore geschossen, Jörg Schmadtke meinte dazu nachher: „Da sind wir etwas naiv gewesen.“

Nun wird das kommende Gastspiel der Augsburger in Müngersdorf zu einem Muss-Gewinnen-Spiel. Schaut man sich das Potential und die Spielweise der Weinzierl-Truppe mal etwas genauer an, dann ist das jetzt eigentlich genau der richtige Gegner. Diese drei Punkte müssen eingesackt werden, dann bleibt der FC weiter im Platz-15-Soll. Wenn nicht, … ach Quatsch, das wird der lang ersehnte Heimsieg.

Das Trauma möge ihn einholen
Schließen wir den Bericht, wie er angefangen hat, mit Dr. Markus Merk. Nein, ich mache Thorsten Kinhöfer nicht verantwortlich für die Niederlage, aber ihn möge die von Ex-Referee Dr. Markus Merk kund getane Einsicht verfolgen: „Jeder macht Fehler. Ich habe auch viele Fehler gemacht. Jeder Fehler ist ein Mini-Trauma!“ Der Mann aus Herne müsste die nächsten Tage ziemlich schlecht schlafen, wenn dem denn so ist.

Max Günter Jagodzinska
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