Seiten

Sonntag, 2. November 2014

FC NIEDERLAGE – UNNÖTIG, ÜBERFLÜSSIG, ÄRGERLICH ...


Diesen ersten Satz habe ich nachträglich vor den fertigen Text kopiert: Den Einstieg sollte man zum Ablenken nutzen, zum Ablenken vor dem schlimmen Auftritt, den wir heute ertragen mussten.

Marco Reus. Hää, was ist denn jetzt lost? Da ist wohl eine Erklärung nötig. Sonntags bekomme ich immer die „Welt am Sonntag“ ins Haus geliefert. Zum Frühstück gibt’s Marmeladentoast, Kaffee mit Vanille-Sojamilch und den WamS-Sportteil. Heute auf der ersten Seite „Der Ungekrönte“, ein Riesenbericht mit dekorativem Colorkey-Foto über das nächste schwarz-gelbe Objekt der Bayern-Begierde, Marco Reus. Da im Lauf der Woche wirklich jede Zeitung im Sportbereich den Namen erwähnt hat, dachte ich, dass das ab sofort Pflicht ist, und da ich nicht weiß, wo ich den einbauen soll, habe ich ihn einfach an den Anfang geschrieben. Da wir gerade beim BVB sind, kann ich auch meinen Ärger darüber loswerden, wie dämlich sich Neven Subotic am Samstag gegen Franck Ribery verhalten hat. Junge, Junge, viel blöder kann man das wirklich nicht machen. Wieso lässt der das Trikot nicht vor dem Strafraum los? Klar wird sich Ribery trotzdem fallen lassen, aber dann gibt es maximal einen Freistoß oder vielleicht sogar eine Gelbe Karte für den Bayernspieler wegen einer Schwalbe. Aber so nimmt der gute Franck das Angebot dankbar an, dem Schiri bleibt gar keine andere Wahl, als einen Elfer zu pfeifen.
 
Streichs Lobeshymne
 
Aber nun zum FC. "Sie sind stabil, körperlich stark und extrem gut organisiert. Da ist richtig Qualität", hatte Freiburgs Trainer Christian Streich den Gegner aus Köln vor dem Spiel in höchsten Tönen gelobt. Der Mann hat ja doch ein wenig mehr Ahnung, als ich ihm zugetraut hatte. Aber sympathischer wird er mir dadurch trotzdem nicht. Ich vermute, er wollte schon mal im voraus erklären, warum eine Niederlage in Köln ganz normal ist. So, gleich geht’s los. Die Aufstellung überrascht mich oder auch nicht. Da setzt der gute Peter Stöger auf das Erfolgsduo Simon Zoller und Yuya Osako im Sturm. Der Verzicht auf Leichtgewicht Bard Finne wird wohl nicht schwer gefallen sein; ob der jemals noch zum Einsatz kommen wird, wage ich zu bezweifeln. Wenn irgendein Verein Interesse signalisieren würde, würde ich ihn sofort verkaufen, ganz im Gegenteil zu unserem Toni Ujah. Den habe ich tatsächlich anstatt Zoller in der Startelf erwartet. Okay, ich habe keine Ahnung, was die Spieler in der Trainingswoche gezeigt haben und vertraue voll und ganz auf die Kompetenz unseres Trainerstabs. Die werden sicher wissen, was zu tun ist.
 
Stimmungskiller
 
Die Hymne, Gänsehaut, Karnevalstrikots, herrlich. FC-Herz, was willst du mehr? … und schon ist Halbzeit, 0:0, nix passiert, absolut nix. Ich werde irgendwie nervös. Habe ich etwas anderes erwartet? Nein. Habe ich etwas anderes erhofft? Ja! Bitte mach gleich ein schnelles Tor, FC. Dann wird alles viel einfacher. Und hier ein spontaner Zornausbruch in der 46. Minute: So einfach, wie es für einen Erstligakicker sein sollte, einen Ball anzunehmen, Herr Zoller. „Ein Gegentor aus dem Nichts“ nannte Jörg Schmadtke es kurz nach dem Spiel, was wenig später in der 49. Minute passierte. Man beachte den Wechsel von der Gegenwartsform in die Vergangenheit. Es war zu stressig, zeitgleich zum Spiel zu schreiben bei von Minute zu Minute größer werdendem Frust, weil immer wieder nochmal zurück gespielt wurde. Eigentlich hätte das Spiel schon in der 72. Minute entschieden sein können, aber Freis machte das, was er vor langer Zeit auch im FC-Trikot gemacht hat, nämlich eine Hundertprozentchance versemmeln.
 
Schlussoffensive?
 
 In der letzten Viertelstunde hofft man als Fußballfan bei einem Ein-Tore-Rückstand auf eine furiose Schlussoffensive. Und heute, gegen die bisher sieglosen Freiburger? Es war fast erschreckend, wie die Stürmer des FC sich an Harmlosigkeit übertrafen, zeitweise war sogar Hilflosigkeit zu erkennen. Ob der Sieg der Breisgauer in Ordnung geht oder nicht – ich denke, dass er nicht okay ist -, sollte nicht weiter interessieren. Das Ding ist gegessen, abhaken, nach vorne schauen und vor allen Dingen suchen, suchen, suchen und dann auch finden, wie die Sturmschwäche in den Griff zu kriegen ist. Wenn Zoller (vollkommen überbewertet, der kann's nicht), Osako (noch ist nicht alle Hoffnung verloren), Finne (Fehleinkauf) und auch Ujah (bald muss mehr kommen), das nicht auf die Reihe kriegen, dann muss irgend eine andere Lösung gefunden werden.
 
Standards - nix für den FC
 
Ja und noch was: Ich verstehe nicht, wieso immer noch sämtliche Eckbälle und Freistöße so fahrlässig verschenkt werden. Zum Abschluss gibt’s diesmal den Pokal für den gefährlichsten Torwart des Wochenendes. Unangefochtener Sieger ist Dortmunds Roman Weidenfeller für seinen Genickschuss, mit dem er seinen Mitspieler Henrikh Mkhitaryan zum Glück nur erschreckte und nicht verletzte.
Max Günter Jagodzinska
Alle Fotos und Texte dieses Blogs sind urheberrechtlich geschützt.
Jegliche Verwendung ohne vorherige schriftliche Freigabe ist untersagt
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen