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Donnerstag, 18. Dezember 2014

ZWEI KÖLNER SPITZEN GEGEN WOLFSBURG?


Was soll man sagen, wenn man nach dem Remis gegen Mainz die Kicker-Wertung zur Leistung von Schiri Florian Meyer liest: „Note 5. Übersah das strafstoßwürdige Handspiel von Junior Diaz (73.) und hätte Jairo nach Foul an Hector (28.) verwarnen müssen. … Da bei Marohs Treffer (8.) keine eindeutige Abseitsposition zu erkennen war, war es fragwürdig, warum die Anweisung 'Im Zweifelsfall für den Angreifer' nicht zur Anwendung kam.“ Da wünscht man sich, dass die alte Fußball-Weisheit „Im Lauf einer Saison gleicht sich alles aus“ jetzt beim Auswärtsspiel in Wolfsburg mal wieder bestätigt wird. In etwa so: Wolfsburgs Tor wird wegen Abseits nicht gegeben und ein Elfmeter in der letzten Minute bringt dem FC den Ausgleich oder das 2:1. Wäre nur gerecht oder gerächt, je nachdem wie man es will.


19 Punkte - voll im Soll - einer mehr wäre toll :-)
 
Der FC muss treffen

Gehen wir mal davon aus, dass der Unparteiische einen guten Tag erwischt und alles richtig pfeift. Dann wird der FC versuchen, so hat Peter Stöger es auf der Vorspiel-Pressekonferenz angekündigt, „so gut es geht, auch selbst offensiv was zu zeigen“. Hintergrund ist, dass die Wolfsburger jedes Mal einen oder mehrere Treffer erzielen, und dann muss man halt selbst den Ball mindestens genau so oft hinter Diego Benaglio im Kasten unterbringen, um etwas Zählbares mitzunehmen.

Neben der Offensivstärke des Vizemeister-Anwärters hat Stöger die momentane Superform von Kevin De Bruyne ausgemacht, bei dem es unmöglich sei, ihn aus dem Spiel herauszunehmen. „Unfassbar stark bei Standardsituationen“ sollen sie außerdem auch noch sein. Stimmt, das hat eben besagter De Bruyne am Wochenende wieder mal demonstriert. Darauf sollte man sich aber einstellen können. Wie ein Wolfsburger Spieler sich vor der BVB-Mauer im richtigen Moment klein gemacht hat, sollte man sich gemerkt haben. Und vielleicht macht es wirklich Sinn, einen Abwehrspieler in die Nichttorwart-Ecke auf die Linie zu stellen.

Viele Möglichkeiten ohne Vogt

Vogt fällt aus. Oh je, oh je, ob man das kompensieren kann? Auf die Frage nach den Möglichkeiten kam die Antwort von Stöger auf der PK wie aus der Pistole geschossen: „Sehr viele Möglichkeiten … , es gibt sehr viele Möglichkeiten.“ Aufhorchen ließ mich die zuallererst genannte Option, „dass wir eine zweite Spitze dazu bringen.“ Der wird doch nicht am Ende der Hinrunde den Simon Zoller neben Tony Ujah in der Startelf aufbieten??? Junge, Junge, das wäre eine dicke Überraschung und eine Kampfansage zugleich. Ich glaub's eher nicht. Als weitere Möglichkeiten bot Stöger Yannick Gerhardt auf der Doppel-Sechs oder Danni Halfar hinter den Spitzen zu bringen oder Adam Matuschyk auflaufen zu lassen. Der letzte Name hat natürlich postwendend ein paar Motzkis in diversen Gruppen auf den Plan gerufen: „Nein, bitte nicht Matu“ oder „Den kannste gleich abhaken“ …. Na ja, mit solchen Negativ-Kommentatoren sind wir in Köln nicht alleine. Egal welcher Verein, diese Leute, die sich darin gefallen, eigene Spieler runterzumachen, gibt’s überall.

Wie recht hat da doch Stefan Unkelbach (ja, mein Freund, ich erlaube mir, dich zu zitieren), der die richtige Antwort parat hat: „Wir sind die Seele des Vereins … und sollten solidarisch sein und respektvoll miteinander umgehen!“

 

So, nach dem Spiel geht es hier weiter ...
Abpfiff, das Spiel ist vorbei, die lange Zeit des Wartens hat begonnen …
Zum Abschluss der Hinrunde ein leistungsgerechtes 1:1 Unentschieden beim Tabellenführer, das kann sich doch sehen lassen. Beide Halbzeiten gegen den auf dem Papier haushohen, vom Autokonzern gepamperten (dieses herrliche Wort musste ich einfach irgendwie mal unterbringen), Favoriten mutig dagegen gehalten. Nicht die von Experten befürchtete Abwarte-Mauertaktik mit zwei Defensiv-Viererketten und dazwischen zwei nach hinten orientieren Sechsern. Peter Stöger hatte seinen Jungs offensichtlich bei der Zu-Null-Taktik etwas mehr Freiräume für kreatives Angriffsspiel gelassen.
 
 
Und nun back to reality. Der Gegner war natürlich nur der Tabellenführer im Ranking ohne die Bayern. Dennoch wäre das ein wirklich richtig schöner Jahresabschluss geworden, aber leider war da ein gewisser Ronaldo Aparecido Rodrigues, dem man der Einfachheit halber den Namen Naldo aufs Trikot geschrieben hat. In der 78. Minute, schlappe zwölf Minuten vor dem Abpfiff, nahm das Unglück seinen Lauf. Dieser Herr Naldo ist nicht nur der Spieler mit den viertmeisten Ballkontakten (laut Kicker-Statistik), sondern mit seinen 1,98 Metern genau zwölf Zentimeter größer als unser Dominic Maroh. Genau diese zwölf Zentimeter fehlten unserem Abwehrrecken beim entscheidenden Kopfball-Zweikampf. Das Ergebnis ist hinlänglich bekannt. Kein Punkt im letzten Spiel, kein Erfolgserlebnis … Moment, so kann man das auch wieder nicht sehen. Es war sehr wohl ein Erfolg, wie couragiert die Mannschaft die kompletten 90 Minuten lang beim hoch gehandelten VfL Wolfsburg aufgetreten ist. So gewinnt man in der Rückrunde weiterhin das eine oder andere Auswärtsspiel ganz überraschend – anfangen könnte man ja direkt beim HSV – und auch einige Heimspiele. Das Ziel bleibt der Klassenerhalt auf einem Tabellenplatz irgendwo zwischen 10 und 15.
 
 
Dass in der Auswertung der Spieler mit den meisten Fouls der Hamburger Valon Behrami mit 49 Fouls auf Platz eins steht, ist okay, der ist schließlich ein Abwehrspieler und muss in jedem Spiel zur Sache gehen. Aber schaut mal an, wer da auf Platz zwei steht: Mit 43 Fouls folgt der fiese kleine Stefan Kießling auf Platz zwei, ein Spieler, der zu der Sorte gehört, die ganz nebenher durch ständiges Reklamieren und bühnenreife Fallobstaktionen auffallen. Mal schauen, wann da endlich mal ein Schiri durchgreift und Mut zur Roten Karte beweist.
 
 
Und nun heißt es, eine schrecklich lange Zeit bis zum Berginn der Rückrunde zu überwinden. Ein bisschen Skispringen schauen, Eishockey bietet sich noch an, aber sonst??? Naja, vielleicht gibt es ja außer Fußball noch ein paar andere interessante Sachen, die man nur entdecken muss. Bis dann zur Rückrunde in Hamburg.

 
Max Günter Jagodzinska

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