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Dienstag, 5. Mai 2015

NEUNMAL NULL ZU NULL IST MEHR ALS NULL


Nachdem ein paar Tage vergangen sind, habe ich mir meinen letzten Bericht vom 1:1 Heimsieg gegen Leverkusen nochmal durchgelesen. Naja, die Beschreibung der genialen Stimmung im Stadion von der ersten Minute an war sicher ein ganz klein wenig übertrieben. Aber mit hat es trotzdem Spaß gemacht wie lange nicht mehr. Dieser nicht unbedingt einkalkulierte Punkt wäre also im Sack des beständig sammelnden Aufsteigers, der die Eichhörnchen-Methode verinnerlicht hat. Was bietet sich bei näherer Betrachtung des kommenden Gegners an?


Der FC Augsburg spielt eine bemerkenswerte Saison, das steht vier Spieltage vor dem Ende schon mal fest. Wer hätte zu Beginn damit gerechnet, dass Markus Weinzierl aus seiner Mannschaft einen Anwärter für die Teilnahme an der Europa League macht? So ähnlich hatte ich das auch vor dem Hinspiel im Dezember 2014 geschrieben und eigentlich erwartet, dass es nach der Winterpause einen heftigen Knick im Augsburger Höhenflug geben würde. War aber nicht so, und so sage ich anerkennend und mit einem Anflug von Neid: Respekt, FC Augsburg!


Packt der FC seine Chance?

Bei allem Respekt vor dem Gegner hoffe ich, dass der FC die Chance nutzt, bereits jetzt den Klassenerhalt zu sichern. Drei Punkte in Augsburg, das wär's. Aber realistisch gesehen – kann man das als Fan eigentlich - wäre ein weiteres Unentschieden auch schon ein Erfolg. Muss ja nicht unbedingt das neunte 0:0 werden, so ein knackiges 3:3 nach Art der beiden Spiele gegen Hoffenheim würde sicher nicht nur mir gefallen. Peter Stöger hat jedenfalls angekündigt, dass es „kein Spiel mit angezogener Handbremse“ geben wird.


Überraschung 0 : 0

Erfolgsmeldung: Der 1. FC Köln gewinnt einen Punkt beim FC Augsburg. Da holen die Geißböcke doch tatsächlich das neunte torlose Unentschieden. Das ist erstens ein Beweis für eine grandiose Abwehrleistung und zweitens eine noch ausbaufähige Serie. Ich kann verstehen, dass die jeweiligen Trainer der Gegner sich in Kommentaren nach den Remis-Partien nicht gerade erfreut zeigen ... Manche vergessen nur, zu erwähnen, dass man kein Mittel gegen die ausgezeichnete FC-Abwehrarbeit gefunden hat. Augsburg als Beispiel, so richtig Druck gemacht haben die nicht. Man beachte: Ballbesitz heißt nicht gleich Überlegenheit. Gefährlich war es nur nach der Faustabwehr von Timo Horn und dem postwendend zurück kommenden Ball, den Maroh klärte, indem er genau da auftauchte, wo er auftauchen musste. Echte Kreativität gab es auch, und zwar in Person von Markus Feulner als fallender und zeternder Freistoß-Schinder. Mann, Mann, was nervt mich diese „Es-gab-eine-Berührung-Fallsucht“, die immer alberner wird.


Mavraj für Ujah

Da haben sich aber alle verwundert die Augen gerieben, als der vierte Offizielle in der 56. Minute die Anzeigetafel mit den Nummern zur Personaländerung hochgehalten hat. Raus die Nummer 9, rein die Nummer 19 – Mervin Mavraj für Anthony Ujah. Häh??? Noch einen Verteidiger und den einzigen Stoßstürmer raus? Erst Mal spontanes Kopfschütteln, dann Nachdenken, dann die einzig mögliche Erklärung: Stöger erkannte, dass es mit Ujah nix würde und plante einen genialen Coup mit der Umschaltung auf eine Abwehr-Dreierkette mit zwei leicht vorgelagerten Stoßverteidigern (auf diese Positionsbeschreibung müsste man eigentlich ein Patent anmelden). Miso Brecko und Jonas Hector sollten nur noch zum Schein Abwehrspieler sein, in Wirklichkeit aber die Augsburger mit überfallartigen Angriffsläufen über die Außenbahnen knacken. Prima Idee, Umsetzung leider gescheitert. Natürlich haben die meisten Leute diese geniale Grundidee vom Stöger nicht durchschaut und hinterher von Abwehrbeton und so geredet. So ist jedenfalls meine exklusive Auslegung der Auswechslung. Wäre das ein Kommentar in einer Facebook-Diskussion, kämen jetzt noch ein paar Smileys.


FC am Sonntag

Nun geht’s am Sonntag gegen Schalke, und wieder einmal kann der Klassenerhalt besiegelt werden. Mit einem Sieg und dann 39 Punkten ist es soweit, es kann gefeiert werden, egal was die anderen machen. Mit einem Ausbau der 0:0 Serie wäre auch alles klar, selbst wenn alle anderen im Tabellenkeller gewinnen würden … das geht eh nicht, weil einige gegeneinander spielen, also auch gerettet. Niederlage? Nöö, zu Hause gegen Schalke gibt’s das nicht. Und selbst dann hätte der FC noch alles in der Hand.
 
Max Günter Jagodzinska
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