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Montag, 10. Juli 2017

„Kunst aus zweiter Hand“ - 4. Kunsttrödel in der „Alten Weberei“ Rödingen


Am 15. Juli ist es wieder soweit – die Galerie „Alte Weberei Rödingen“ öffnet um 14 Uhr ihre Räumlichkeiten für den vierten Wohltätigkeits-Trödel „Kunst aus zweiter Hand“. Ist schon irgendwie ein ziemlich angestaubtes Wort, dieses „Wohltätigkeit“. Sucht man nach Synonymen werden diese meistens in drei Gruppen eingeteilt: Philantropie, Uneigennützigkeit, Menschenliebe. Aber halten wir uns nicht lange an Begrifflichkeiten auf. Denn auf diese Veranstaltung, die unter Kunstfreunden mehr als ein Geheimtipp ist, passt sie einfach.




Worum es geht, erklärt am besten Gale-
ristin Brigitte Habig selbst, die erneut vorzügliche Vorarbeit geleistet, und deshalb zitiere ich hier aus ihrer Pressemitteilung:


Zahlreiche Bilder, vom Ölgemälde im Goldrahmen über Aquarelle, Radierungen, Lithographien und Siebdrucke hängen nun an den Wänden oder stapeln sich in Kisten und warten auf ein Comeback bei neuen BesitzerInnen. Viele stammen von bekannten Künstlerinnen und Künstlern der letzten sechs Jahrzehnte. Presseberichte über Leben und Werk der Malerinnen und Maler liegen in Mappen gesammelt aus, allerdings nur dann, wenn die Signatur zu entziffern war. Bei unleserlichen Signaturen ist der Forschergeist der Besucher und Besucherinnen gefragt, um die Identität der Künstler herauszufinden und vielleicht eine großartige Entdeckung zu machen. Bis auf sehr wenige Ausnahmen kosten die Bilder zwischen 3,- und 20,- Euro, Preis immer verhandelbar.



Neben Bildern gibt es, gespendet von einem auf vielen Gebieten interessierten Vielleser, Gedrucktes jeder Art: Zahlreiche ältere Jahrgänge von Art, Antike Welt, architectura, Geo oder Merian, außerdem Bildbände und Hunderte von Bücher berühmter oder bekannter AutorInnen.

Sie sind herzlich eingeladen, geruhsam und gemütlich in unseren Schätzen zu graben, sich gruselnd in Krimis zu vertiefen, an Ferienlektüre zu schnuppern, in Kochbüchern zu schmökern, Bildbände zu betrachten und etwas für sich zu finden. Taschenbücher kosten 50 Cents, gebundene Bücher zwei bis 6 Euro. Der Erlös der Veranstaltung kommt in voller Höhe dem Verein Frauen helfen Frauen e. V. Jülich zugute, der damit seine Beratungsstelle für Frauen und Mädchen unterstützen wird.


Die Ausstellung ist geöffnet am 15., 16., 22. und 23. von 14 Uhr bis 19 Uhr. Adresse: Agricolastraße 12, 52445 Rödingen
 



Dem ist Nichts hinzuzufügen, außer vielleicht dem Hinweis: Wer sich diese Chance entgehen lässt, ist selber schuld.





Max Günter Jagodzinska
mail: 1951er@jago1.de
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Mittwoch, 28. Juni 2017

Saal-Fotobuch Erfahrungsbericht


 
Durch Zufall, oder besser gesagt dadurch, dass ich irgendwann einmal dem Facebook-Auftritt der Firma Saal-Digital ein „Gefällt mir“ mitgegeben habe, bin ich auf deren „Fotobuch-Erfahrungs-Aktion“ aufmerksam geworden. Es war wohl meine im digitalen Zeitalter eingeschlafene Vorliebe aus der Zeit, in der ich Fotoalben mit Papierabzügen ganz individuell gestaltet habe, die den spontanen Gedanken weckte: Warum eigentlich nicht? Also habe ich, was bei mir übrigens eine extreme Ausnahme ist, einen Link in der Promotionsanzeige angeklickt und meine Bewerbungsdaten auf dem Formular der Firma Saal-Digital eingegeben. Das weitere logistische Procedere ist hier für diesen Bericht weniger interessant, deshalb nur kurz der Hinweis darauf, dass der Ablauf inklusive Installation der nötigen Saal-Fotobuch-Software problem- und reibungslos vonstatten ging.

Ich fotografiere viel. Familie, Presseaufträge, Privat-Shootings und einfach so Alles , was mir in die Quere kommt. Also musste eine Entscheidung getroffen werden: Was soll in mein Test-Fotobuch rein? Entschieden habe ich mich letztlich für das Thema „1 Jahr -3 Jungs“, in dem meine drei Enkel die Hauptdarsteller sind. Ich kann nur empfehlen, nicht einfach draufloszulegen, sondern sich ein kleines Konzept auszudenken. Das vereinfacht die Bildauswahl und gibt der Gestaltung von Beginn an einen Rahmen, an dem man sich durchweg orientieren kann. Die Anzahl der Seiten ist zunächst mal nicht wichtig, da sie sich problemlos jederzeit erweitern lässt.


Das Konzept:

- Jeweils vier Seiten für den Tag, an dem die Jungs geboren wurden. Aufmachung der drei mal vier Seiten mit identischem Hintergrund und ähnlicher Positionierung der Bilder. 12 Seiten.
- Für jeden Monat des Jahres zwei Seiten. Möglichst von jedem Jungen zwei Motive, also sechs Bilder. Wenn auf einem Bild die beiden Brüder gleichzeitig sind, kommt noch jeweils eins dazu und vom dritten Enkel zwei Motive, also für die zwei Seiten fünf Bilder. 24 Seiten.

- Da die Gesamtseitenzahl inklusive Cover und Rückseite durch vier teilbar sein muss, gibt’s noch ein zweiseitiges Gruppenbild zum Abschluss – 4 Seiten.


Die Gestaltung:


Mit vier Klicks habe ich zuerst die Größe des Fotobuchs (A4 Hochformat), dann die Oberfläche (glänzend), Cover-Wattierung (Aufpreis fünf Euro), keine Geschenk- verpackung und die vorgegebe Seitenzahl festgelegt und mich dann für die Option „Leere Vorlage“ entschieden. Ich empfehle aber jedem, ein wenig mit den angebotenen „Design Vorlagen“ zu spielen. Besonders wenn man nicht so fit mit der komplett freien Gestaltung eines Fotobuchs ist, bietet die Saal-Software hier sehr schöne Variationen an. Da ich meine Dateien alle in Photoshop bearbeite, habe ich die Optimierungs-Werkzeuge nicht benutzt und kann daher nicht viel dazu sagen. Lediglich die „Farbkorrekturen“ habe ich interessehalber angesehen und finde, dass sich dort ein paar recht kreative Optionen finden lassen, mit denen man den sogenannten Aha-Effekt bewirken kann. Aber Achtung: Zuviel des Guten wäre kontraproduktiv. Okay, ich habe mich also daran gemacht, meine leere Vorlage zu bestücken. Da die Saal-Oberfläche angenehm übersichtlich gestaltet ist, gab es absolut keine Probleme. Weshalb ich hier und dort diesen oder jenen Hintergrund gewählt habe, oder weshalb ich mal Schwarz-Weiß und Farbbilder kombiniert habe oder andere Gestaltungsentscheidungen sind für diesen Erfahrungsbericht nicht relevant. Wichtig ist nur, dass die Software die Umsetzung meiner Wünsche nahezu perfekt ermöglicht hat. Wenn mich etwas gestört hat, dann war es die magnetische Anziehungskraft dieser bläulichen Begrenzungslinien (die man auch von Photoshop her kennt), die ein Foto magisch an sich gezogen haben, kam man ihnen etwas zu nahe. Vielleicht kann man diese Funktion irgendwo deaktivieren, habe aber nicht danach gesucht.

Das Ergebnis:


Ich war echt überrascht, dass Fertigstellung und Lieferung sehr, sehr schnell erfolgten. Haben die bei Saal etwa ihren Workflow darauf abgestellt, die Aktionsware zu favorisieren? :-) Naja, der Gedanke kam mir, als ich gelesen habe, dass einige Fotografenkolleginnen sich darüber beklagten, dass sie auf die Lieferung ihrer Saal-Print-Aufträge ungewöhnlich lange warten müssten.

Mir gefällt's :-)

Direkt nach dem Auspacken freute ich mich darüber, dass ich die fünf Euro für die Cover-Wattierung investiert hatte. Ohne Übertreibung, ein richtig feines haptisches Erlebnis! Das sind schon mal ein paar Pluspunkte für das Saal-Produkt. Da ich vor einiger Zeit mit der Qualität von Großformat-Postern, die ich bei Saal habe produzieren lassen, sehr zufrieden war, habe ich im Grunde erwartet, dass auch die Qualität der glänzenden Seiten hohen Ansprüchen genügt. Sie tut es! Beeindruckend ist die Planlage der aufgeklappten Seiten, so dass über den Mittelklick hinaus gehende Fotos in ihrer Gestaltung kaum gestört werden. Dass ein Knick vorhanden ist, ist freilich unvermeidbar, aber die Saal-Lösung ist prima. Meine Kinder und Enkel waren erstmal natürlich von den Motiven hellauf begeistert - war ich auch, ist doch klar.


Das Fazit:

Fotobuch-Software, Bedienerführung, Layout-Angebote, Bestellvorgang und Endprodukt, das Saal-Fotobuch überzeugt in allen Punkten. Ich habe jetzt bei der Vielzahl von Anbietern keine Preisvergleiche angestellt und werde es auch nicht tun, da ich gerne bereit bin, für Qualität einen angemessenen Preis zu bezahlen. Was ich getan habe? Ich habe begonnen, ein neues Fotobuch zu planen, eins mit dem ich mein Portfolio präsentieren will. Dass ein solches Fotobuch zu 100 Prozent stimmig und ein kleines Kunstwerk werden soll – den Anspruch stelle ich an mich selbst -, dürfte klar sein. Partner für mein Projekt wird Saal-Digital sein.

PS
Nein, ich bekomme für diese positive Rezension keine Provision von der Firma Saal :-)




Max Günter Jagodzinska
mail: 1951er@jago1.de
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Dienstag, 7. Februar 2017

KR Rot-Gold Rödingen-Höllen zeigt wie Sitzung geht

Ich habe ja schon einige Karnevalsitzungen beobachtet, gute und schlechte, tolle und grausame, und über jede dann einen Bericht geschrieben. Sicher merkt der Leser am Schreibstil, ob der Verfasser Spaß daran gehabt hat oder ob er froh gewesen ist, die Zeilen irgendwie einigermaßen gefüllt zu bekommen. Ich hoffe, nee, eigentlich bin ich sicher, dass man meinem Bericht über die Sitzung der KG Rot-Gold Rödingen-Höllen anmerkt, dass es eine richtig Klasse-Veranstaltung gewesen ist.
Zwei Gründe sind dafür verantwortlich:
1. Das Programm hat einfach gepasst, auch im Ablauf der einzelnen Auftritte.
2. Die Leute im Zelt waren so richtig gut drauf :-).





Hier mein Bericht, der am 07. Februar in den JÜLICHER NACHRICHTEN und der JÜLICHER ZEITUNG erschienen ist.


Rödingen. Schon beim temperamentvollen Einmarsch des Elferrats der KG Rot Gold Rödingen-Höllen, angeführt von Sitzungspräsident Björn Leinesser, mit den KG-eigenen Tanzgruppen „Rödinger Sterne“, „Little Mouse“ und jecker Begleitung war eins klar: Die Leute im ausverkauften Zelt – manche nannten es für diesen Abend ihr Rödinger Wohnzimmer - wollten feiern, und zwar kräftig. Die Aufwärmphase dauerte maximal 60 Sekunden, dann war die Meute auf Betriebstemperatur. Die niedlich anzusehenden kleinen Mäuse und ihre etwas größeren Vorbilder präsentierten prima Tänze und erfreuten die Jecken mit tollen Darbietungen.
 
 
 
 Als erster Redner gab der „Tulpenheini“ Pointen zum Besten, die bereits das Rentenalter erreicht haben und spielte mit den altbekannten Holländer-Belgier-Deutsche-Klischees, aber das Publikum war so gut drauf, dass es selbst darüber herzlich lachte. Die KG-Solotänzerinnen Katifi, Pia und Aileen ernteten ebenso wie das Paar Michelle & Laura tosenden Beifall des Publikums, auch wenn sie außer der Kleinsten, Atifi, Zugaben verweigerten. „KG Lätitia von 1878 Blaue Funken Artillerie Weisweiler“ lautete der nächste Programmpunkt. Noch bevor man den Namen komplett ausgesprochen hatte, war zu erkennen, dass es ein großartiger Auftritt würde. Ihr Tanzcorps „Höppe Kroetsch“ begeisterte mit temperamentvoller Akrobatik, die „Blue Dance Girls“ mit herrlich anzuschauendem Showtanz. Wer einen Auftritt der „Drummerholics“ in seiner Sitzung aufzubieten hat, kann sich über eine nicht nur im Karneval sensationell gut ankommende Truppe von acht jungen Trommlern freuen. Erfrischend anders und mit eingebauter Garantie dafür, dass der Funke überspringt, toppten die Burschen die Stimmung. Die Rödinger Jecken ließen sich nicht lumpen, als sie von den Jungs aus dem Rhein-Erft-Kreis aufgefordert wurden, den Island-Fan-Sound nachzumachen - auf Anhieb perfekt. Die schlimmsten Befürchtungen wurden war – allerdings im positiven Sinn - als „Liselotte Lotterlappen“ die Bühne geentert hatte. Von Null auf Hundert hatte sie die Jecken im Griff, als sie gleich zu Beginn in der ersten Reihe einen Bauch ausmachte, an dem auch noch ein Mann dran war. Vor dem losen Plappermaul war keiner sicher, aber der schrillen Comedy-“Dame“ gelang der schwierige Spagat, nie beleidigend zu werden, aber immer haarscharf an der Grenze des Wahnsinns zu trampeln. In Rön schon fast zum Inventar gehören die „Husaren Kerpen Manheim“ mit ihrem Showtanz der Extraklasse. Akrobatische Hebefiguren mit unglaublicher Leichtigkeit zu fetziger Musik ist eins der Markenzeichen dieser tollen Gruppe. Wenn die Hauptstadt der Gemeinde Titz einen karnevalistischn Exportartikel hat, dann sind es die „Plomaris“. Das Männerballett könnte mit seiner Performance jede Bühne des Rheinlands rocken, so natürlich auch das Zelt im vom jecken Bazillus infizierten Rödingen. Dass die Stimmung durchgehend fantastisch war, lag auch an der geschickten Zusammenstellung des Programms, dafür darf man den Organisatoren der KG Rot-Gold ein dickes Lob zollen. Perfekt auch die Besetzung des Zwischen-Auftritt-Alleinunterhalters; mit Mario Baus haben die Rot-Goldenen einen Mann in der wichtigen Ecke der Bühne, auf den jeder Zeit und in jeder Situation Verlass ist. Die beiden Schluss-Acts mit dem Kölschrock-Quartett „F!asko“ und der „Druckluft Brass- & Performance Band“ mobilisierten noch einmal alle Reserven der karnevalsseligen Festzeltbesucher, die in puncto Ausdauer und Stimmung Topwerte erzielten. (jago)



Eine Bildergalerie mit 38 Aufnahmen findet ihr hier:
 
Max Günter Jagodzinska
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Montag, 10. Oktober 2016

Formel 1 der Klompen in Jackerath


Start zum Königsrennen
 
Die unwiderrufliche Deadline ist 16.15 Uhr“, verkündete besorgt Wolfgang Sieben, Moderator des traditionellen Schubkarrenrennes am Jackerather Kirmesmontag. Es war bereits kurz nach 16 Uhr, und es hatten sich immer noch keine Bewerber für das letzte Rennen des Tages gefunden, in dem die Klompenkönigswürde 2017 ausgelaufen werden sollte. Drohte nach langen Jahren mit klompenfesten Königinnen und Königen ein königsloses Jahr? Sollte der amtierende König Renee Weißen die Königskette keinem Nachfolger umhängen können? Angst machte sich breit … aber nein, nicht doch in Jackerath. Es waren noch zwölf Minuten bis zum Ablauf des Ultimatums. Sieben schlug vor, man könne sich so lange auf der Straße mit tanzen, singen und Blödsinn machen die Zeit vertreiben. Spontan machte man sich zur Überbrückung der Zeit den Spaß, die längste rekordverdächtige Jackerather Ruderkette auf die Straße zu setzen.
 
 
Am frühen Nachmittag war der Festzug mit Marschmusik des Marine-Spielmannszugs unter lautem Klompen-Klappern zum Schubkarrenrennenstartplatz marschiert. Dort herrschte bei optimalen spätsommerlichen Temperaturen beste Stimmung, Wolfgang Sieben übernahm das Mikrofon und sorgte mit viel Umsicht und lockeren Sprüchen dafür, dass der Ablauf der Team- und Kinderrennen planmäßig über die Bühne ging. Dass es nicht so einfach ist, wie es bei Klompenrennenkönnern aussieht, war an der Zahl der vielen Kugelabroller von den Schubkarren zu erkennen. Der Spaß stand im Vordergrund, aber verlieren wollte keiner, auch wenn jeder Teilnehmer eine Siegprämie in Form von Schokolade oder Getränkebons bekam. Zur besonders anstrengenden „Großen Dorfrunde auf Zeit“ sollte man nur antreten, wenn man halbwegs fit ist. In Top-Form fühlten sich Lars Eggebrecht, Basti Faulhammer, Stefan Mülheims, Adalbert Schößer und Dirk Schößer, die sich den Strapazen der Berg- und Talstrecke stellten. Nach eher gemütlichen neun Minuten und 45 Sekunden schob Stefan Mülheims seine Schubkarre als erster über die Ziellinie.
Noch 120 Sekunden und wir haben keinen König“, klang es drohend aus den Lautsprechern. Nicht mit den Jackerather Gepflogenheiten vertraute Besucher fanden sich mit einer königslosen Zeit ab. Ein junger Mann, der das Geschehen seit Jahren mit dem Fotoapparat verfolgt, schmunzelte wissend: „Klar haben die Teilnehmer.“ Man begann herunterzuzählen und ganz plötzlich, etwa zehn Sekunden vor Ablauf der Meldefrist, hatte Wolfgang Sieben einen kleinen Zettel mit vier Kandidatennamen in der Hand, die zum Königslauf antraten. Josef Peter in Stellvertretung seiner verletzten Frau Heike, Dirk Schößel, Peter Stock und Michael Waßen packten die Kugel auf die Karre, nahmen die Schubkarrengriffe in die Hand und legten einen furiosen Start hin. Für seine Frau legte Josef Peter sich mächtig ins Zeug, ging unter dem Jubel der Klompenfans nach der Kehrtwende in Führung und gab diese bis zum Ziel nicht mehr ab. Die Klompenkönigin 2017 heißt somit Heike Peter. Nach dem spannenden Finale ging es zurück zum Festzelt, in dem unter Anderem die schönsten Klompen prämiert wurden. Als Anreiz gab es für den Gewinner einige Stunden Freifahrt mit einem von der Firma MG Fahrzeuge zur Verfügung gestellten 430 PS starken Audi R8, der vorab neben dem Zelt zu bewundern war. Dieses Geschoss fährt der Sieger dann besser nicht mit Klompen.
Zieleinlauf: Der Königinnen-Läufer Josef Peter
 
Eine große Bildergalerie mit 50 Aufnahmen findet ihr hier:
 
Max Günter Jagodzinska
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Sonntag, 7. August 2016

SV Rödingen-Höllen holt sich den Cup





Müntz. Kurz vor Beginn des Spielbetriebs in den Kreisligen ist der Titzer "Schlafcenter Haberl" Gemeindepokal für die teilnehmenden Vereine eine willkommene Standortbestimmung, auch wenn noch nicht bei allen der komplette Kader zur Verfügung steht. Veranstalter war in diesem Jahr der SV Malefinkbach, der erstmals als Spielgemeinschaft mit Kofferen antrat. Zu den im KO-Modus auszuspielenden Halbfinals waren die Begegnungen SV Malefinkbach gegen Schwarz-Weiß Titz und SV Rödingen-Höllen gegen die Spvgg Jackerath/Opherten ausgelost worden. Gleich im Auftaktspiel zeigte der Sieger der beiden Vorjahre SW Titz, dass man unbedingt das Triple schaffen wollte und ließ dem Gastgeber keine Chance. Bereits zur Halbzeit hatte man mit fünf Toren für klare Verhältnisse gesorgt, am Ende stand es 12:0. Im zweiten Vorrundenspiel tasteten die Gegner sich zunächst ab, in der zweiten Halbzeit jedoch ging es tortechnisch zur Sache. Die Rothosen vom Hundsbüchel setzten sich letztlich doch deutlicher als erwartet und verdient mit 4:1 durch. Auch beim Spiel um Platz drei erwies sich der SV Malefinkbach als großzügiger Gastgeber. Gegen die favorisierte Spvgg Jackerath/Opherten erzielte man das umjubelte einzige Tor des Wettbewerbs, musste sich aber mit 1:7 geschlagen geben. „Wir haben ein rassiges Spiel gesehen“, zeigte sich Bürgermeister Jürgen Frantzen nach dem Abpfiff sehr angetan vom Finale zwischen dem SV Rödingen-Höllen und Schwarz-Weiß Titz. Schon in der vierten Minute wurde deutlich, dass die Abwehr bei den Schwarz-Weißen die Achillesferse war, das verletzungsbedingte Fehlen von drei Stammspielern aus dem Abwehrverbund konnte nicht kompensiert werden. So reichte ein langer Abschlag des Rödinger Goalies zum vorne postierten Mitspieler, der seinen Gegner problemlos überlief und zum 1:0 ins lange Eck einnetzte. Nach dem frühen Tor entwickelte sich die Partie sehr ausgeglichen, weitere Treffer wollten jedoch trotz jeweils zwei sehr guter Chancen auf beiden Seiten nicht fallen. Nach dem Wiederanpfiff schien die Partie zugunsten der Titzer zu kippen, die mächtig auf den Ausgleich drückten. Es fehlte jedoch der Abschluss, der Ball wurde oft zu lange gehalten. Und wenn einmal ein Angriff gefährlich zu werden drohte, war die Rödinger Abwehr zur Stelle, die einen sehr sicheren Eindruck machte. Mitten in die Titzer Druckphase fiel das vorentscheidende 2:0 für die Rothosen. Als ein Titzer Verteidiger den Ball leichtfertig vertändelte, ließ der Rödinger Stürmer dem Torwart mit einem fantastischen Heber keine Chance. Mit einem direkt verwandelten Freistoß zum 3:0, der nicht ganz unhaltbar schien, machte Rödingen-Höllen den Pokalsieg perfekt. In der vorletzten Minute erzielten die Schwarz-Weißen den verdienten Ehrentreffer. Bevor Ulrich Goebbels zur Siegerehrung schritt, dankte er dem sehr umsichtig pfeifenden Schiedsrichter Jens Engert aus Ederen für seinen vorbildlichen Einsatz. Da der zweite angesetzte Schiedsrichter nicht erschienen war, pfiff Engert sämtliche Partien. Im Gegensatz zu manchen Spielern, die fast jede Entscheidung gegen ihre Mannschaft mit wedelnden Armen kritisierten und mit ihren „Schiri, Schiri Meckereien“ einfach nur nervten, zeigte der Unparteiische eine tadellose Leistung. Auch die Müntzer „Schmiedewirtin“ Gerti Mahr bekam das verdiente Lob und den Dank für ihren mehrtägigen Einsatz an der Frittenbude. Ohne das großzügige Sponsoring von Michael Haberl wäre das Turnier in dieser Form nicht möglich, dafür galt ihm der Dank aller vier Vereine und der Gemeinde. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf“, sagte Ulrich Goebbels vom SV Malefinkbach, der neben dem Gemeindepokal am Freitag ein „Flutlicht-Dorftunier“ und am Samstag ein Alte-Herren-Turnier mit acht Teams veranstaltet hat. Dass von den drei B-Ligisten der Gemeinde eine Mannschaft bald in die Kreisliga A aufsteigen möge, wünschte sich Bürgermeister Jürgen Frantzen bei der Siegerehrung. Dieses Ziel werden Schwarz-Weiß Titz, der SV Rödingen-Höllen und die Spvgg Jackerath/Opherten ganz sicher anvisieren, die Chancen stehen jedenfalls nicht schlecht. (jago)
 
 
Unter dem Link
https://www.picdrop.de/maxjago/AZAN%20Redaktion/MU_160731_Gemeindepokal
findet ihr eine Galerie mit 35 weiteren Fotos. Viel Spaß beim Anschauen :-)
Max Günter Jagodzinska
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Freitag, 8. Juli 2016

Galerie "Alte Weberei" zeigt Martina Kissenbeck, Michael Vogt und Herbert Koller


Rödingen. Bei Ausstellungen in der Galerie Alte Weberei in Rödingen ist es Usus, dass zur Eröffnung keine Vernissagen arrangiert, sondern ganz einfach die Pforten geöffnet werden. Sicher mag das gesellschaftliche Ereignis mit Laudatio und Sektempfang seine Reize haben, in der Alten Weberei jedoch sprechen vom ersten Moment an die Kunstwerke für sich – und das ist gut so.


 In der aktuellen Gemeinschaftsausstellung zeigt Galeristin Brigitte Habig eine Kombination dreier sehr unterschiedlicher Ausdrucksweisen. Die Bilder und die Installation von Martina Kissenbeck, die Gemälde von Michael Vogt (links) und die Objekte von Herbert Koller (rechts) verlangen und verdienen jeweils eine gesonderte Betrachtung.




Die Dame im Kreativ-Trio, Martina Kissenbeck, hat aus einer Reihe figurativer Darstellungen die abstrakte Serie „Die Ungewissheit der Farbe“ entwickelt. Sie möchte, dass sich der Betrachter mit ihren Werken beschäftigt, in eine Konversation eintritt. Nur wenn man dazu bereit ist, findet man Zugang zu dem, was die Malerin beschäftigt. Das Bild aus der Distanz in seiner Gesamtheit aufnehmen, dann näher herangehen, der Struktur nachspüren und erneut auf Distanz gehen. Mit dieser Annäherung an das Werk wird die Abstraktion erfassbar. Doch sie bleibt schwierig, bei der Mehrzahl der gefragten Betrachter überwiegt ein Gefühl der Ratlosigkeit. Neben ihren großformatigen Bildern zeigt Martina Kissenbeck die Installation „Fünf Frauen im Kreis“, eine Hommage an die Weiblichkeit.




Michael Vogt bewegt sich mit seinen Bildern mit wechselnder Annäherung in einem Bereich zwischen Realismus und abstrakter Malerei. Wenn er sagt „Ich habe das so gesehen“, dann kann man das akzeptieren – man muss lediglich die Augen schließen und sich in diese Landschaft hineinträumen. Die Konturen in seinen mit überwiegend warmen Farben gemalten Landschaften scheinen im weichen Licht kurz vor der Auflösung zu stehen. So wie sie einem an einem warmen Sommertag im angenehm schläfrigen Zustand bei einem Urlaub in der Toscana vorschweben könnten. Passend dazu kokettiert Vogt damit, dass er zur seltenen Spezies der „plein-air“-Maler zählt.



Würfel zur Mode
Thema: Mode / Die Schönheit von Tieren.
Gestaltung von Bildern aus Modezeitschriften, gestreckt und matter gemacht; wie durch ein Kaleidoskop gesehen. Innen ergänzt durch Vögel aus verschiedenen Kulturen. 

Würfel zum Blick auf die Blumen
Thema: Gyration (Drehung im Kreis),
 Muster mit zwei Drehpunkten.
Betritt man die Weberei-Scheune, findet man sich unversehens in einer spektakulären, in sich geschlossenen und dennoch offenen Welt wieder. Herbert Koller präsentiert mehrere Würfel, die sich auf den Quantenkosmos und die Phänomene des alltägliche Lebens beziehen. Jeder einzelne ausgestellte Würfel ist in seiner perfekten Symmetrie trotz der als groß empfundenen Ausmaße ein winziger Bestandteil des Kosmos. Als solches greift er jeweils ein Thema auf und gibt, da er oben offen bleibt, den Einblick frei in die innere inhaltliche Ebene. Die Darstellungen auf den Außenflächen wiederum führen in die äußere transzendierende Dimension. Dem Kunstfreund bietet sich so die Gelegenheit, in eine gedankliche Reflexion einzutreten, wobei es lediglich eine Frage der Zeit ist, wie tief man in die einzelnen Facetten von Kollers Kosmos eintauchen möchte. Es lohnt sich, besonders in Verbindung mit einem Gespräch mit dem Künstler. (jago)

Max Günter Jagodzinska
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Donnerstag, 30. Juni 2016

Archäologie im Schatten der Braunkohlebagger

Tag der Archäologie - 02. Juli 2016 - Titz Höllen
 
Jupiterstatue mit Ganymed, gefunden im Römerbrunnen
 
Höllen. Gefunden, dokumentiert, zerstört. So könnte die letzte Station im Daseinsrhythmus einer hochmittelalterlichen Siedlung (13./14. Jahrhundert) beschrieben werden, die die Archäologen der LVR Stiftung „Archäologie im Rheinischen Braunkohlerevier“ im Indener Tagebau entdeckt haben. Markantestes Objekt darin ist ein aus Steinen von einem Meter Stärke errichteter massiver Wehrturm mit den Außenmaßen sieben mal sieben Meter. Die letzte Chance, diese geschichtlich hochinteressante Siedlung zu besichtigen, bevor sie in Kürze von den Baggern aus dem Weg geräumt wird, besteht am kommenden Samstag. Als eine Hauptattraktion bietet der LVR Rheinland an seinem Tag der Archäologie Busfahrten zur Ausgrabungsstelle und zu einer etwa 200 Meter entfernt liegenden weiteren an. Dort versucht ein Team von der Uni Bonn bei der einstigen Kapelle Vilvenich zu ergründen, inwieweit der romanische Bau auf älteren Anlagen, vielleicht sogar auf einer Holzkirche der Karolingerzeit (9. Jahrhundert), errichtet wurde. Zweite Säule des Archäologietags sind das bewährte Rahmenprogramm und diverse Präsentationen auf dem Gelände der Außenstelle Titz des LVR-Amts für Bodendenkmalpflege in Titz-Höllen. Dort wird ein römischer Steinbrunnen mit einer erhaltenen Höhe von sechs Metern ab Podest in einem Viertelkreis wieder aufgebaut. Eine Jupitersäule, besonders selten durch die Darstellung des angelehnten Hirtenknaben Ganymed, lässt durch ihre Beschädigungen auf die barbarische Zerstörung religiöser Symbole schließen.
 
 
 Ganz besonders gespannt sein darf man auf die Öffnung einer 2800 Jahre alten Urne durch Restauratorin Stella Oppl. Neben Leichenbrand könnten eventuell spektakuläre Beigaben freigelegt werden. (jago)
 
Max Günter Jagodzinska
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