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Donnerstag, 19. Oktober 2017

1. FC KÖLN bleibt in der Spur, leider in der falschen ...

EUROPALIGA 3. Spieltag – 19.10.2017 - 19 Uhr – Stadion
BATE Borisov – 1. FC KÖLN


Vorher



Meine größte Sorge vor dem Auftritt in Weißrussland ist, dass sich ein wichtiger Spieler verletzen könnte. Wenn etwa Bittencourt oder Heintz für das Spiel gegen Bremen ausfallen würden, wäre das eine kleine Katastrophe. Oder vielleicht sogar eine große, ach Quatsch, wird sich keiner verletzen. Hab‘ gerade gesehen, dass man BATE in Großbuchstaben schreiben muss, weil das nämlich eine Abkürzung ist für „Baryssau Automobil- und Traktor-Elektrik". Aha, ein Werksverein also, Traktor-Elektrik gefällt mir irgendwie, erinnert ein wenig an alte Bastelzeiten. Das soll bitte nicht despektierlich oder abwertend klingen, sondern ist nett gemeint.

Während ich diese Zeilen schreibe, läuft nebenbei die Übertragung von der Champions-League. Halbzeit – ist ja nicht berauschend, was der BVB bis jetzt auf Zypern geboten hat.Mal einen Kanal weitergeschaltet ... da fällt just in dem Moment ein Tor für Porto. Oh, musste mich erst Mal orientieren, 3:2. Das könnte eine lustige zweite Halbzeit werden. Ich stelle mir vor, dass der FC auch mal drei Tore schießen würde – hach, das wäre sooo schön. Nun denn, vielleicht gibt ja ein Sieg in Borisov unseren Jungs Selbstvertrauen für die nächste Aufgabe in Müngersdorf.

 
Das Spiel


Huch, Maroh mit der Kapitänsbinde? Jetzt hat sich auch noch der Lehmann beim Aufwärmen verletzt, fängt ja gut an. Nun ja, fängt tatsächlich gut an, die ersten zwanzig Minuten machen Hoffnung – irgendwie wie fast immer. Ein Fernschuss von Jojic, manche Leute ziehen aus dieser Position so ab, dass das Leder unhaltbar einschlägt, bei Milos Jojic sieht’s eher aus wie eine Rückgabe. Der TV-Moderator attestiert dem FC ein gutes Spiel. „Die Mannschaft wirkt selbstbewusst, tritt mutig auf", meint er in der 30. Minute. Prompt folgt eine Superchance für Zoller, der Kopfball nach der Flanke von Olkowski ist Klasse, blöderweise ist die Blitzreaktion vom Borisov-Keeper noch besser – irgendwie wie fast immer. 44. Minute, da kann man schon mal ein Fazit ziehen: Sagen wir es so, eine Führung für Borisov wäre absolut unverdient gewesen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit muss ich unbedingt nachholen, die prima Unterstützung durch die etwas mehr als 1000 FC-Fans zu erwähnen, das ist eine Klasse für sich. Und es kommt so, wie es immer kommt. Nein, nein, nein, da brasseln die in der Abwehr dermaßen konfus rum, dass Borisov zur ersten Chance kommt, und die wird natürlich mit einem Tor abgeschlossen – irgendwie wie fast immer. Es wird jetzt so weitergehen, dass der FC das Spiel macht, sich ab und zu eine Chance erkämpft, kein Tor schießt und mit 1:0 verliert.

Alle hoffen auf Leo. In der 70. Minute soll also Bittencourt für Jojic das Ding drehen ... ich habe die Hoffnung schon aufgegeben, das wird eh nix mehr. Gut, dass die Mannschaft weiter kämpft und sich nicht hängen lässt, aber seien wir mal ehrlich: Ein Team mit etwas mehr Klasse als Borisov hätte das zweite Tor spätestens in der 75. Minute nachgelegt, als Horn keine andere Möglichkeit mehr hatte, als den Ball nach vorne prallen zu lassen. Was bleibt festzuhalten? Zunächst mal gehört Maroh in die Startelf. Dann fällt auf, dass der FC so unglaublich berechenbar ist, weil aus dem Mittelfeld kein Druck aufgebaut wird, zum Beispiel oder ganz besonders von Salih Öczan. Mir gefällt überhaupt nicht, dass er von 32 Bällen 35 zurück spielt. Und dann Christian Clemens, der Junge tut mir fast leid, was ist nur aus dem einst so erfrischend aufspielenden talentierten kölsche Jong geworden. Datt wird nichts mehr, man hat ihm in die Augen schauen können, als er ausgewechselt worden ist – total verunsichert, er schien richtig froh zu sein, raus zu dürfen.

 
Nachher


Nee, ich habe absolut null Bock, dazu noch viel zu sagen. Auf meinem Europa-League Hoodie stehen drei Daten unter drei Stadien: Arsenal Stadium 14.09.17 / Borisov-Arena 19.10.2017 / Stadion Rajko Mitic 07.12.17 – in zweien davon haben wir verloren, mal schauen, was noch kommt. Wenigstens hat Arsenal eben bei Roter Stern Belgrad gewonnen, da geht also noch was ... ehm, ja, ich verziehe mich ganz schnell ...
 

Max Günter Jagodzinska
mail: 1951er@jago1.de
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Dienstag, 14. Oktober 2014

"RIGOR MORTIS" UND LÖW SIEHT GUTE ANSÄTZE


Ich lese gerade den Thriller „Rigor Mortis“ von Peter James. Und was hat das mit dem FC zu tun? Berechtigte Frage. Die Antwort: Zunächst mal wenig bis nichts. Wäre da nicht ein alter Polizeiinspektor, der zwar ziemlich beknackte Ansichten hat, aber Fußballfan ist und ein schönes Zitat liefert. Es fängt an mit seiner Feststellung: „Was ist nur mit dem Fußball in dieser Stadt los?“1 Die Story spielt in Brighton – Kenner denken da sofort an Brighton & Hove Albion - also hat diese Frage durchaus Berechtigung. Weiter geht’s im Text mit: „Manchester hat ManU, London hat die Gunners. Und was hat Brighton? Die größte Schwuchtelkolonie [deshalb das Adjektiv beknackt] Englands.“2 Ich hätte das nicht abgetippt, wenn ich nicht ähnlich beknackte Typen live in voller Blödheit in diversen Stadien der Republik erlebt hätte. Zudem ginge ohne diese Vorgeschichte der Zusammenhang verloren. Nun denn, kommen wir zu der eigentlichen Passage, die den direkten Bezug zum FC herstellt. Es passt generell, immer wieder und ganz besonders nach den letzten beiden Auswärtsspielen, wie besagter Inspektor den guten alten Winston Churchill zitiert: „Wissen Sie, was er gesagt hat? Erfolg ist die Fähigkeit von einem Misserfolg zum anderen zu gehen, ohne die Begeisterung zu verlieren.“3 Genau Winston Churchill, Du wirst zwar von Historikern gerne als rauchender Alkoholliebhaber beschrieben, aber mit diesem Gedanken können wir uns identifizieren – unsere Begeisterung für den FC lebt und wird immer leben. So Schluss mit Pathos, jedenfalls für den Moment. Denn: Trotz aller Begeisterung führt kein Weg daran vorbei, dass diese allein nicht zum Klassenerhalt reicht, es müssen Punkte her. Am besten bald und viele.


Das Ziel - Platz 15
 
Es soll ja erst Mal nur dazu reichen, am Ende des 34. Spieltags auf Platz 15 durchatmen zu können. Schön, dass Jörg Schmadtke eben das Anfang letzter Woche im TV-Gespräch wiederholt und dabei den Großteil der FC-Anhänger richtig eingeschätzt hat: „Ich habe den Eindruck, dass die Menschen dankbar sind über die Zielvorgabe Platz 15. Man tut den Kölner Fans Unrecht, wenn man ihnen immer noch unterstellt, nach zwei Siegen in Euphorie auszubrechen und auszurufen, Deutscher Meister werden zu wollen.“ Ich kann dieses dämliche Bild der verrückten Kölner, die angeblich nach jedem Punktgewinn immer direkt nach Champions League schreien, echt nicht mehr hören. Das wird auch durch die ständige Wiederholung nicht richtiger, bestätigt aber, dass bei den entsprechenden Meinungsmachern diesbezüglich irgendeine Schublade klemmen muss.

Interessant in diesem Gespräch war Schmadtkes Antwort auf die Frage nach eventuellen Absichten der FC-Führung, einen Investor ins Boot zu holen, wenn er sich denn anböte. Es ist nicht so, dass man in Köln morgen oder übermorgen diese Option ernsthaft in Betracht ziehen würde, weil der FC sich dann unter Wert verkaufen würde, meinte Schmadtke dazu und zeigte sich überzeugt, dass der Verein in drei oder vier Jahren wertvoller sein wird. Gut möglich bis sehr wahrscheinlich, ist meine unmaßgebliche Stimmungstendenz dazu.


Löws Suche

Die Erkenntnis der Woche kommt von Joachim Löw. Nach der Niederlage gegen Polen meinte der Bundestrainer im TV-Interview: „Ich sehe bei Erik Durm schon gute Ansätze.“ Da stellt sich automatisch die Frage, warum keiner dem Bundestrainer vor dem Spiel verraten hat, dass es sich in Warschau um ein Qualifikationsspiel zur Europameisterschaft handelte und nicht um einen Testkick zur Sichtung möglicher Nachfolger für Philipp Lahm oder Per Mertesacker. Zur Klärung dieser Frage wäre es nicht schlecht, wenn der DFB-Trainerstab auch Mal einen Blick Richtung Köln riskieren würde.

Zitat: Rigor Mortis, Peter James, Fischer Taschenbuch Verlag Nr. 19467, 2014, Seite73

Max Günter Jagodzinska
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Montag, 8. September 2014

KÖLNER JAGD AUF PLATZ 2

So, geschafft, eine harte Woche inklusive Wochenende ohne Liga-Fußball hinter uns gebracht. Natürlich haben wir alle die Lustnummer des Weltmeisters gegen Argentinien - die fühlen sich jetzt noch mehr als der wahre Champion - nur ganz nebenbei mit einem Auge auf dem TV verfolgt. War ja zu erwarten, dass das keine fußballerische Feinkost geben würde. Obwohl, wenn man bedenkt, was der Angel Di Maria da gezaubert hat, dann war's doch ganz ansehnlich. Da hätten sich viele Nachwuchsstars, die nach drei guten Bundesligapartien für nationalelfreif erklärt werden, eine ganze Menge abgucken können.
 
Und dann kamen die Schotten. Da ich eh keine Ahnung vom Fußball habe, brauche ich mich über die Aufstellung der neuen Nationalelf nicht zu wundern, der Herr Löw ist ja bekannt für seine eigensinnigen genialausdemhutgezauberten Formationen. Aber eins nehme ich dem jetzt ganz frech vorweg, indem ich voraussage, dass über kurz oder lang Jonas Hector der nächste Nationalspieler des 1. FC Köln sein wird. Der Junge hätte schon lange einen Einsatz verdient und wäre auch schon aufgestellt worden, wenn er aus Stuttgart oder Freiburg oder gar Hoffenheim käme – da ist der Joachim Löw nämlich immer ganz flott unterwegs mit seinen Berufungen. Nix gegen Spieler wie Rudy oder Ginter oder Durm, aber ein Hector würde auf keinen Fall in dem Abwehrverbund, in dem doch Vieles nach Zufall aussieht, eine schlechtere Figur abgeben.
 
 
Die Vorbereitungen auf das Topspiel laufen ;-)
 
Was machen Paderborn?
 
Zurück zum Bundesliga-Alltag. Was machen wir nur mit Paderborn? Als Topspiel des Vierten beim Zweiten hätte das vorher wohl kaum jemand auf dem Radar gehabt. Eine dem frühen Spieltag gedankte Konstellation, an die sich in wenigen Wochen kaum noch jemand erinnern wird. Einige Kommentatoren werden es sicher tiefenpsychologisch ergründen, warum das so enorm wichtig ist, aber ansonsten wird man die tabellarische Momentaufnahme getrost vergessen dürfen. Fakt ist, das 3:0 der Paderborner beim HSV ist doof. Wie soll ich jetzt das Unentschieden des FC zum Saisonauftakt gegen die Hanseaten einstufen? Liege ich wirklich so daneben mit meiner Einschätzung von letzter Woche, dass der HSV noch ganz andere Vereine vor Probleme stellen wird? Sind die schon wieder Abstiegskandidaten? Oder ist der Mitaufsteiger aus Westfalen wirklich so stark, wie ihn außerhalb des Dunstkreises der Benteler Arena kaum jemand wahrnimmt? In der kompletten vergangenen Zweitligasaison ist das Team von André Breitenreiter zumindest hartnäckig unterschätzt worden, bis es dann tatsächlich ganz frech aufgestiegen ist.
 
Marcel Risse: „Wir wissen, was auf uns zukommt“
 
Andererseits ist das 3:0 des SCP vielleicht doch nicht so doof. Jetzt hat jeder gesehen, was die drauf haben und das machen, was Aufsteiger zu Beginn einer Saison fast immer machen: Unbekümmert aufspielen, arrivierte Teams ärgern und Punkte sammeln. Warnungen braucht der FC eigentlich keine. Im Gegensatz zu den anderen Vereinen kennen wir die Paderborner aus der Vorsaison und haben etwas gut zu machen .. und außerdem sind die Kölner selbst auch Aufsteiger. 15 000 gehen in das Paderborner Stadion rein, beste Voraussetzungen für ein erneutes Auswärts-Heimspiel des FC. Ach ja, da muss zwischendurch noch einmal erwähnt werden, dass der Kölner Fan-Support in Stuttgart sensationell gut war. Mit solch einer Unterstützung im Rücken müsste doch in Paderborn auch was zu holen sein. Nein, Favorit wollen die Geißböcke nicht sein. Passend dazu O-Ton Stöger: „Wer in Hamburg gewinnt, kann zu Hause auch den 1. FC Köln schlagen.“ Ja, stimmt, Kann, muss aber nicht! Und deshalb bleibe ich zuversichtlich, dass sich dann nach dem Spiel wieder das Samstagsnachmittagsgrinsen breit machen kann, das nach Stuttgart so richtig gut getan hat.
 

Max Günter Jagodzinska
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Freitag, 29. August 2014

PANIK IN STUTTGART - DIE KÖLNER KOMMEN


Fein, dass die Spielplaner dem FC für das erste Auswärtsspiel den ziemlich einfachsten aller möglichen Gegner zugeteilt haben. VfB Stuttgart einfach??? Klar, die könnten eigentlich die Punkte per Post schicken. Der FC hat seit 1993 nur ein einziges Mal (1996/97) im Neckarstadion verloren, ansonsten gab es sechs Unentschieden und sechs Siege. Sogar die „Stuttgarter Nachrichten“ haben am Donnerstag die Headline gebracht „Hilfe, die Kölner kommen!“ Aber dann werden die fies und schreiben: „Der Grund für die eklatante Heimschwäche [des VfB] dürfte sicher mit der defensiven Spielweise der traditionell abstiegsgefährdeten Kölner zusammenhängen.“ Ausgerechnet die haben's nötig. „Traditionell abstiegsgefährdet“, denen werden wir's zeigen.

Ujah oder Zoller oder beide?

Wer wird in der Startelf auflaufen? Auch eine gute Frage, die Stöger wohl frühestens am Samstag beantworten wird. Wenn es nach dem Express geht, dann kann Zoller auf keinen Fall dabei sein. Jedenfalls nicht, wenn man den Formulierungsdreher ernst nimmt, den ich zufällig eben online entdeckt habe. Zitat Express Online (28.08.2014 / 18.37 Uhr): „Simon Zoller (23) hat sich einen Maulkorb auferlegt. Er will erst spielen, bevor er wieder öffentlich spricht.“ Dazu kommt noch, dass der Kicker in seiner Printausgabe vom Montag im Bericht zum Auftaktspiel Ujah zum „Spieler des Spiels“ erkoren hat. Den darf man doch nicht auf die Bank setzen ... oder vielleicht doch? Schließlich gab's die Topspieler-Wertung hauptsächlich für Tonis Abräumkopfballstärke im Abwehrbereich.

Beim Saisonauftakt einziger Neuzugang in der Startelf: Yuya Osako

Ich bin neu hier, jetzt stellt mich gefälligst auf.

So ähnlich muss man die teilweise publizierte Kritik an Stögers Verzicht auf einen gesteigerten Einsatz von Neueinkäufen wohl deuten. Nun hakte Cora Finner von Koeln.de auf der Pressekonferenz vor dem Stuttgart-Spiel nach: „Wie sehen die Chancen aus, dass wir mehr Neuzugänge in der Startelf sehen werden?“ Das Thema wird sich zwar bald sowieso erledigen, wenn ein paar Spieltage absolviert sind und neue Gesichter in der FC-Elf gesichtet wurden, aber Stögers Antwort ist schon recht interessant: „Man kann alles ein wenig negativer sehen, man kann es auch positiv sehen.“ Die positive Sichtweise liefert er gleich nach: „Auf der anderen Seite könnte man ja auch hergehen – ist zwar vielleicht weniger interessant der Ansatz -,man könnte auch sagen, dass die Mannschaft, die letztes Jahr die zweite Liga gewonnen hat, von der Qualität her so gut ist, dass sie auch in der Bundesliga bestehen kann.“

Ein Irrtum des Trainers muss allerdings aufgedeckt werden. „Das braucht keiner“, sagte er auf die Frage nach der blendenden Statistik des FC in Stuttgart. Hey, aber hallo, so eine niederlagenfreie Serie braucht man ab und zu ... zumindest als Fan, wenn man sich Mut machen will vor dem Auftritt im Schwabenland. Nehmen wir noch die Erkenntnis von Dominic Maroh dazu, der nach dem Hamburg-Spiel festgestellt hat, dass „die Standards bärenstark verteidigt“ wurden und die Ansage von Adam Matuschyk, dass „wir nächste Woche mit einem Dreier nachlegen“ wollen, dann brauchen wir keine Angst zu haben. Ehrlich gesagt: Mit einem guten 1:1 wäre ich auch zufrieden.
 
Max Günter Jagodzinska
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Mittwoch, 27. August 2014

DER ERSTE PUNKT IST IM SACK


DER ERSTE PUNKT IST IM SACK

Wow, war das genial. Unbeschreiblich die Stimmung, als die Mannschaften auf den Platz kamen.
50. 000 Fußball-Fans stehen im schönsten Stadion der Liga und 48.000 davon singen die Hymne (die 2.000 Gäste aus Hamburg erstarren in Ehrfurcht – naja, fast jedenfalls), dazu eine großartige Choreographie in Rot und Weiß – das muss man erlebt haben. In dem Moment kam es mir vor, als wäre es noch einmal eine Steigerung der kölschen Einstimmungszeremonie gegenüber der letzten Saison. Aber wenn ich mich richtig erinnere, war's einfach so wie (fast) immer in den letzten beiden Jahren, wie anfangs schon erwähnt: Unbeschreiblich. Später habe ich im „kicker“ gelesen, dass Peter Stöger das auch so gesehen hat: „Ich hoffe, mir ist niemand böse, aber es war kaum anders, als in der vergangenen Saison.“ Keine Sorge, Trainer, da wird schon keiner böse sein.

Anpfiff - endlich wieder Bundesliga in Müngersdorf :-)

Stammpersonal macht weiter

Und wenn das mit der Stimmung kaum anders war, dann mach' ich das auch mit der Mannschaft so, wird sich Stöger vielleicht gedacht haben, als er mit Yuya Osako lediglich einen Neuzugang in der Startformation aufbot. Da haben sich viele gewundert, aber es hat gepasst. Ich muss zugeben, dass ich beim Anpfiff plötzlich Angst hatte, dass es eine derbe Packung geben könnte. Mensch, da standen beim Gegner Leute wie Behrami oder Ilicevic auf der Wiese und nicht irgendwelche Zweitligakicker (das soll nicht despektierlich gemeint sein), die teilweise kein Aas kennt. Zum Glück war die Angst vollkommen unbegründet, der FC hielt nicht nur mit, sondern bewies besonders in der Abwehr absolute Erstligatauglichkeit. Wie üblich, werde ich jetzt nicht mit einem Spielbericht anfangen, die gibt’s zur Genüge. Besonders interessant finde ich, dass nach dem HSV-Spiel in sehr vielen die Frage gestellt wird: 0:0 - nicht gewonnen oder nicht verloren? Wer den Gegner immer noch als die Mannschaft sieht, die in der Vorsaison eigentlich hätte absteigen müssen, ist sicher enttäuscht. Nur, der Fehler ist beim Enttäuschten selbst zu sehen, die Hamburger sind eine ganz andere Truppe, die diesmal mit dem Abstieg nichts zu tun haben wird. Die werden gegen weit höher eingeschätzte Mannschaften als der FC es als Aufsteiger ist Punkte sammeln. Also, Punkt gewonnen und gut mitgehalten. Mehr noch als der Punktgewinn hat mich das Auftreten der Mannschaft über die vollen 90 Minuten zuversichtlich gemacht, dass am Ende der Saison mehr als das vorgegebene Ziel Klassenerhalt erreicht sein wird.

Wie stelle ich den Unterschied zwischen erster und zweiter Liga fest? Schwer zu sagen. Mein Kumpel Peter, der oben im Block W 16 in der letzten Reihe neben mir saß, fragte mich kurz vor der Pause, ob Lehmann wohl ausgewechselt würde. Der käme ihm komischerweise viel langsamer vor, als in der letzten Saison. „Das liegt daran, dass die Gegner schneller sind“, fiel mir als spontane Antwort ein. Vielleicht ist das der Unterschied, alles etwas schneller. Ob es beim FC mit der Einwechslung von Kevin Vogt in der 62. Minute schneller ging, weiß ich nicht, aber von da begann die beste Phase der Kölner. In dieser Viertelstunde sah man, dass nach oben noch einiges gehen wird. Am besten gleich am kommenden Spieltag in Stuttgart.

Nächste Station auf dem Weg nach Berlin - Auf nach Duisburg

Die Auslosung zur zweiten Runde im DFB-Pokal bestach vor allem durch die merkwürdigen Artikulationsausbrüche des Sky-Moderators bei jeder aufploppenden Kugel: Uiiiiii, Chemnitz – Aaah, Aalen … Dass der FC wieder auswärts ran muss, war eh klar, aber der von der Losfee mit dem typisch mexikanischen Namen Huppenkothen zugeloste MSV Duisburg ist mir allemal lieber als ne Reise nach Hoffenheim, Wolfsburg oder Leipzig. Das Erreichen der dritten Runde sollte damit im Bereich des Machbaren sein, zumal gegen die Zebras noch eine Pokal-Rechnung offen ist – 22. Dezember 2010, mehr sage ich dazu nicht. Was sagt der Trainer dazu? Stöger weiß den Drittligisten richtig einzuschätzen, bleibt aber Gott sei Dank selbstbewusst und redet den Gegner nicht größer, als er ist: „Wir haben den Anspruch, dort weiterzukommen und die nächste Runde zu erreichen.“

Noch zwei Abgänge

Jetzt isser wieder da, wo er schon mal war, Sascha Bigalke spielt wieder in Unterhaching. Ich will dem Jungen ja nicht zu nahe treten, aber da passt er mit seinem Potential deutlich besser hin als in die erste Liga. Da man gerade beim Kaderausräumen war, hat man den Maxi Thiel auch noch schnell bei Union Berlin untergebracht. Auch keine schlechte Lösung, beim FC hätte er in dieser Saison sicher keine Spielzeit bekommen. In Köpenick kann er jetzt ein Jahr lang neben Oldie Torsten Mattuschka zeigen, was er drauf hat.

Zum Schluss noch zwei Sachen: Erstens Durm ist nicht Robben und zweitens Leverkusen-Fans sind nicht CL-tauglich. Zum Ersten: Wie der Durm sich von Bellarabi vor dem 2:0 hat wegchecken lassen, wäre Robben nie im Leben passiert. Das war natürlich ein sauberer Körpereinsatz und dass Durm nicht fällt, dafür verdient er Respekt. Nur muss er vorher dagegen halten. Nun denn, was hätte Robben gemacht? Richtig, laut schreiend Vielfliegermeilen gesammelt und mindestens eine Rote Karte für Durm gefordert. Warum nur fallen so viele Schiris auf die Flugkünstler der Liga rein und belohnen die für ihre Schauspielereien, da rege ich mich immer wieder aufs Neue drüber auf. Zum Zweiten: Am Bayer-Kreuz spielt man am Mittwoch um den Einzug in die CL-Gruppenphase und das Stadion mit etwa 30.000 Plätzen ist nur zu 65 Prozent besetzt. Blamabel.


Max Günter Jagodzinska
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Freitag, 22. August 2014

ZESAMME SIMMER STARK


„Die Elf von Peter Stöger hat sich in der vergangenen Saison die bedingungslose Unterstützung auch in stürmischen Zeiten verdient.“ So schreibt es der FC-Vorstand im Geißbockecho zum Auftaktspiel der Saison 2014/15. Stimmt, beim 1. FC Köln ist etwas gewachsen, was Hoffnung macht. Zusammenhalt von der ersten bis zur letzten Minute, vom ersten bis zum letzten Spieltag. Und dann wird im Mai 2015 der Klassenerhalt mit einer Riesenfete gefeiert.

Dass der FC tatsächlich in der ersten Liga angekommen ist, wurde mir so richtig bewusst, als ich vor knapp drei Wochen die Sky-Konferenz vom ersten Zweitliga-Spieltag angesehen habe. Bochum gegen Fürth war gerade dran, als meine Frau um die Ecke kam und wissen wollte, was für ein Spiel denn da lief. So richtig viel Ahnung hat sie ja eigentlich nicht vom Fußball, aber über den FC ist meine bessere Hälfte zwangsläufig immer bestes informiert. Der Dialog in Kurzform:
Frau: „Was schauste denn da an?“
Ich: „Zweite Liga, Konferenz, erster Spieltag.“
Frau: „Aso, da habt ihr ja nix mehr mit zu tun.“
Ich: Keine Antwort. Das breite Grinsen auf meinem Gesicht sagte mehr, als Worte es hätten tun können. Die für die Glücksgefühle zuständige Abteilung im Hirn nahm ihren Job auf, es war ein richtig, richtig supergeiles Gefühl.

Ein ganz besonderes Fenster - Transferfenster

Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie mag ich die zweite Liga – und jetzt ohne den FC sogar noch mehr. Ich werde mich weiter über Erfolge vom FC St. Pauli freuen, werde weiter schadenfroh bei jedem Punktverlust von Kaiserslautern schmunzeln und lasse mich überraschen, wer diesmal die Rolle von Paderborn übernehmen wird. Vielleicht liegt es ja daran, dass in fast jedem Zweitligaspiel einer oder mehrere alte Bekannte mit FC-Vergangenheit auf dem Rasen stehen. Wie war das nochmal beim Auftakt in Bochum? 15. Minute - 1:0 für den VfL – Torschütze Simon Terodde. 18. Minute – Ausgleich Fürth 1:1 – Torschütze Kacper Przybylko. Wäre übrigens ein guter Moment für Transferpolitikdauernörgler sich jetzt hier in den Text reinzuschleichen. Wie kann man nur ein Supertalent wie Schnellhardt ziehen lassen? Sind die zu dämlich, das Riesenpotential eines Sascha Bigalke zu erkennen? Das sind nur zwei beliebig gewählte Beispiele, es ließen sich jede Menge weitere finden. Garantiert versteckt sich irgendwo auch noch der Fachmann, der einst vor vielen Jahren das verborgene Talent von Adil Chihi gewittert hat. Leider wurde versäumt, das eigentliche Talent aus dem Versteck mitzunehmen, als der Junge die große Bühne Profifußball betrat. Im Lauf der Jahre wurde es zwar immer wieder mal kurzfristig gesichtet, aber richtig entdeckt wurde es nie. Eigentlich schade drum, gönnen wir dem Jungen, dass er sich in Fulham durchsetzt.

Das Transferfenster heißt wohl Fenster, weil ziemlich viel Geld durch selbiges hinausgeworfen wird. Dass der FC sich an diesem Spiel seit der neuen Geißbock-Zeitrechnung sehr zurückhaltend und vorsichtig kalkulierend beteiligt, ist allgemein sehr wohltuend zur Kenntnis genommen worden. Nun ja, ich kann mich mit dem Zoller-Einkauf noch immer nicht anfreunden, aber ich gehe auch davon aus, dass die Entscheidungsträger beim FC ihre guten Gründe dafür gehabt haben. Beim Simon Zoller ist das irgend eine Antipathie, die ich gegen ihn entwickelt habe. Aber damit bin ich freilich nicht in der Lage, den Fußballer Zoller korrekt einzustufen. Jetzt ist er einer von uns, und jetzt hoffe ich sehr, dass er das bringt, was man sich von ihm erhofft: viele Tore.

Überhaupt, wenn man so manche Diskussion über die Neuzugänge des FC verfolgt hat, kann man nur staunen, wie gut einige Experten die Spieler kennen. Da gibts Leute, die wissen echt alles über sagen wir mal Dusan Svento oder Pawel Olkowski. Die müssen die schon seit Jahren Woche für Woche beobachtet haben. Oder … müssten sie jedenfalls, wenn man deren Statements auch nur ansatzweise ernst nehmen will. Ich halte mich da lieber bedeckt, bevor ich beispielsweise Tomas Kalas in den Himmel hebe, mit dem Argument, dass er ja schließlich vom CL-Teilnehmer Chelsea kommt. Da muss der ja eine Granate sein. Nee, ich vertraue auf Peter Stöger, Jörg Schmadtke, Jörg Jakobs und Alexander Wehrle. Die wissen schon, weshalb sie so und nicht anders entschieden haben.

Pokalauftakt gelungen

Wer hat gesagt, dass die Freie Turnerschaft Braunschweig ein leichtes Los in der Auftaktrunde des DFB-Pokals sei? Ehrlich gesagt, ich schon. Ich habe direkt gesagt, dass das Erreichen der zweiten Runde ohne wenn und aber und trotz eigener Pokalgesetze und David-besiegt-Goliath-Fantasie eine Pflichtaufgabe sei. Jaja, aber die Erfahrung zeigt … Stop! Ist mir so etwas von egal, was die Erfahrung zeigt. Mit einer konzentrierten Leistung einen ganz normalen Sieg einspielen – nur das konnte die Vorgabe sein. Ich mache mal eine ganz kleine Änderung am tatsächlichen Spielverlauf: In der zweiten Minute titscht ein Lattenkopfball des kommenden Torschützenkönigs Anthony Ujah kurz hinter der Torlinie auf, der FC geht 1:0 in Führung und siegt am Ende erwartungsgemäß 5:0. Ich glaube, die kleine Änderung macht deutlich, wie unnötig das ganze Geunke über das 0:0 gewesen ist, als es torlos in die Kabinen ging, wie dämlich die ersten Schimpftiraden waren, die manch ein Spezialist voreilig via Twitter oder Facebook oder sonst ein Kommunikationsmedium los werden musste. „So einen Gegner musste zweistellig vom Platz hauen,“ ist auch eine beliebte Thekenweisheit. An der Theke mag der Spruch wohl analog zum jeweiligen Abfüllungsgrad des Gesprächspartners ein gewisses Maß an Zustimmung finden, aber damit ist's auch gut. Ich hoffe nun, dass das Los uns jetzt nicht ein Auswärtsspiel bei einem Ligakonkurrenten beschert, wundern würde es mich allerdings nicht. Wehe, wir müssen nach Wolfsburg, dann war's das mit meinen Sympathien für Maurice Exslager, den ich bis zu seinem verschossenen Elfer gegen die Hecking-Elf ganz nett fand.

Ett jeht widder loss

Dass unser Auftaktgegner in Müngersdorf mit seinen schlappen 27 Punkten tatsächlich nur auf Grund der Dreipunkte-Regel in der Liga geblieben ist, sollte uns genau so egal sein, wie der Sieg in Braunschweig keine Argumente dafür liefert, den FC nun in der Favoritenrolle zu sehen. Aber Angst braucht der FC vor diesem Gegner auch nicht zu haben, es geht für alle bei Null los. „Die Kölner Mannschaft ist für die erste Bundesliga ein Gewinn“, sagte Mirko Slomka auf der Pressekonferenz vor dem Spiel. Der Mann hat Ahnung. Bleibt zu hoffen, dass ihn eine gnadenlos offensiv auftrumpfende Geißbock-Truppe in seiner Meinung bestärken wird und er auf der Heimreise ohne Punkte im Gepäck seinen Jungs dann sagen kann: „Ich hab's euch doch gesagt, dass die Kölner bärenstark sind.“ Nur noch wenige Stunden, dann geht es endlich los. Ich freue mich schon tierisch auf unsere Hymne im ausverkauften Müngersdorfer Stadion und darauf, endlich wieder beim Erstligafußball in Kölle mitfiebern zu können.

Sonntag, 19. Mai 2013

Stanislawski wirft hin - 1. FC Köln ohne Trainer

Stanislawski geht - keiner weiß warum ...

In Köln gibt es viele Baustellen, und wenn es in Köln eine Baustelle gibt, dann gibt es auch Pannen, das ist einfach kölsch und nicht weiter schlimm. Nur eine Baustelle ist zum Erfolg verdammt, und die heißt: 1. FC KÖLN
Kürzlich habe ich einen Mitgliederbrief bekommen. Eine ganz feine Sache übrigens, die das neue Präsidium da initiiert hat, das die schwere finanzielle Erbschaft aus der Ära Sonnengott W.O. in den Griff bekommen muss. Also, im neuesten Brief schreiben Werner Spinner, Markus Ritterbach und Toni Schumacher: „ Wir werden uns nicht damit abfinden, dass der FC langfristig in der 2. Bundesliga spielt“ und geben das neue Ziel vor „Nächste Saison greift der FC an!“
Jawohl, genau so wollte ich das hören oder lesen. Alles andere wäre eine Bankrotterklärung. Und da kommt dann völlig überraschend ein Statement, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet habe, ausgerechnet von unserem Cheftrainer. Nun frage ich ernsthaft: „Was um alles in der Welt hat Holger Stanislawski dazu bewogen, das Handtuch zu schmeißen?“ Nein, es hat sich bewahrheitet, dass es kein Gag zum Saisonabschluss ist. Hätte mir durchaus vorstellen können, dass Stani in der Kabine nach dem letzten Match einem Spieler ein Handtuch zugeworfen hat und das nun als Witz für die Presse so erzählt hätte. Nein, er hat tatsächlich um die Vertragsauflösung gebeten.

 
 
Ich bin enttäuscht, fühle mich verarscht! Die Begründung, die auf der FC-Homepage veröffentlicht wurde, ist so dünn wie Filterkaffee ohne Kaffeepulver: „Durch meine Entscheidung mache ich den Weg frei für jemanden, der am Standort Köln unbelastet die Aufgabe Aufstieg angehen kann.“ Tut mir leid, aber das kann es nicht sein, das ist für mich die Umschreibung irgend einer anderen Sache, mit der Stanislawski nicht rausrückt.
Beim Spiel in Ingolstadt saß er nun also zum letzten Mal als FC-Coach auf der Trainerbank, merklich ruhig, bemüht unbeteiligt. Erst in der 73. Minute fiel auf, dass Stanislawski noch im Amt war. Mit dem Wechsel von Jajalo für Bigalke bewies er noch einmal sein Händchen für taktisch gewitzte Schachzüge, der Einsatz von Maierhofer für Ujah war wohl eher eine Trotzreaktion, etwas später durfte dann auch noch Strobl für Clemens ran. Wenn man ehrlich ist, war es im Lauf der Saison häufiger so, dass nicht nur die Fans über die Aus- und Einwechslungen des Trainers irritiert waren. Nicht nur die Wechselspielchen, auch die seltsamen Rotationen und Systemveränderungen blieben häufig das Geheimnis des Trainers. Genau so ein Geheimnis wird wohl bleiben, was ihn in der Winterpause bewogen hat, sein persönliches Saisonziel und seine weitere Tätigkeit in Köln vom Erreichen des dritten Platzes abhängig zu machen.
Selten hat ein Trainer in Köln einen so großen Vertrauensvorschuss bekommen und ihn am Ende so schmählich verschenkt. Die nächsten Tage bleibt es spannend in Köln. Wer gesellt sich zu den schon bekannten Abgängen, wer kommt neu ans Geißbockheim, wer wird Cheftrainer, wie lange dauert es bis zur Verkündigung von Stanislawskis neuem Arbeitgeber …?

 
copyright Text und Fotos:
Max Günter Jagodzinska
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Montag, 13. Mai 2013

Verabschiedung vom FC

Fünf Spieler vergrößern nun also das sowieso schon unüberschaubare Heer der Ex-FC-Spieler, die man irgendwo irgendwann bei einem Zweitligaspiel als Gegenspieler antreffen wird.



Als Christopher Schorch, Christian Eichner, Tobias Strobl, Daniel Royer und Stefan Maierhofer vor dem Anpfiff offiziell verabschiedet wurden, flossen keine Tränen für die fünf Nichtvertragverlängertbekommenhaber. Falls bei dem einen oder anderen Fan ein Tränchen gesehen wurde, dann nur weil nicht noch zwei oder drei weitere einen Blumenstrauß und einen warmen Händedruck zum Abschied bekommen haben. Meine persönlichen Favoriten AC7 und ML33 demonstrierten im Verlauf des Spiels nachhaltig weshalb das so ist.
 
Tschööö ...
 
 
Ich habe mich mit einem Blick auf mehrere Datenbanken versichert. Es stimmt , der Schorch war tatsächlich schon 2009 verpflichtet worden – hätte ich nicht gedacht. Das Abwehrtalent wurde damals mit einem Vierjahresvertrag ausgestattet. „Christopher Schorch passt genau in unser Anforderungsprofil und er verstärkt die Qualität unseres Kaders“, hatte Ex-Manager Michael Meier den Transfer begründet und als „bewusst langfristig angelegt“ bezeichnet, weil es ja auch um die Perspektive gehe. Also ehrlich gesagt, die Perspektiven des Herrn Meier hätte ich nicht gebraucht. Christian „Eiche“ Eichner zählt für mich zu den wenigen Spielern, die für die Misere der Vorjahre nicht verantwortlich zu machen sind. Ich fand ihn gar nicht sooo schlecht, es gibt jede Menge Zweitliga-Verteidiger, die keinen Deut besser sind. Pech für ihn, dass auf seiner Position Jonas Hector eine großartige Saison gespielt hat und dem FC (hoffentlich) noch lange Freude machen wird. Zu Tobias Strobl und Daniel Royer gibt es nicht viel zu sagen. Die sind halt mitgelaufen, ohne weiter aufzufallen. Ausgeliehen und zurück, danke schön für den Einsatz und viel Glück in der weiteren Karriere.
 
Stefan Maierhofer. Zu ihm gibt es ganz bestimmt etwas zu sagen. Mit seiner Spielweise und seinen ganz speziellen Fähigkeiten gehört er zu den Spielertypen die polarisieren. Man kann dem langen Österreicher nicht vorwerfen, dass er nicht gekämpft hätte. Was der an Kilometern abgespult hat, war schon beeindruckend, aber ein Stürmer muss halt den Ball im Tor versenken, und das ist ihm einfach viel zu selten gelungen. Wäre es so gewesen, dass er keine Chancen zum Abschluss bekommen hätte, könnte man ja Nachsicht üben, aber die Chancen gab es, und zwar dutzendweise. Natürlich hat er auch häufig darunter gelitten, dass die Schiedsrichter bei seinen Aktionen viel zu oft auf Foul entschieden haben. Was kann der arme Kerl denn dafür, wenn so ein schmächtiger Gegenspieler von seinem Körper abprallt und das ausnutzt, indem er sich schreiend auf der Wiese krümmt, um kurz danach grinsend einen Freistoß auszuführen? Aber trotz allem muss ich Stefan Maierhofer fragen: „Stefan, Fußball ist nicht unbedingt deine Stärke. Gibt es wirklich nichts anderes, das du besser kannst?“
 


Nun bin ich sehr gespannt, wie die Mannschaft zu Beginn der kommenden Saison aussehen wird, für die sämtliche Verantwortliche beim FC den Aufstieg als einziges Ziel definiert haben. Von den Spielern, die im Moment noch zum Kader gehören, dürfen meinetwegen gerne gehen: Adil Chihi, Matthias Lehmann und Mato Jajalo. Von einigen in dieser Spielzeit wenig bis gar nicht eingesetzten Spielern erhoffe ich mir ziemlich viel, nämlich von Bruno Nascimento, Sascha Bigalke, Fabian Schnellhardt und Kacper Przybylko. Richtig starke Leistungsträger werden sollten Timo Horn, Jonas Hector und … weiß nicht … vielleicht gibt’s ja noch ein überraschend gut einschlagendes Talent und vielleicht gelingt den Verantwortlichen die Verpflichtung von zwei oder drei richtig guten Typen, die im Moment keiner auf der Rechnung hat.
 
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Dienstag, 30. April 2013

1. FC KÖLN - 1860 München

Der Wahnsinn in der 2. Liga
49.100 Zuschauer in Müngersdorf

... und wieder eine Chance verschenkt, besonders wenn man das Montagsspiel mit der Pleite des Konkurrenten aus der Pfalz betrachtet. Aber noch sind's drei Spieltage - da ist alles möglich. Auch wenn eigentlich keiner der drei Anwärter auf die Relegationsspiele reif für die 1.Bundesliga ist  ;-)







 
Frustriert - alles versucht und trotzdem nicht gewonnen, schade
 
 
Wer die Saison mit dem FC ein wenig zurück verfolgen will, dem empfehle ich einen Blick in meine wöchentliche Kolumne auf "FUSSBALL PUR".
Ja ja, ich weiß, das ist Werbung :-) Ich freue mich über jeden, der Spaß daran hat, einmal Berichte zu lesen, die aus der Sicht eines FC-Fans geschrieben sind und deshalb ein wenig anders daher kommen, als die alltägliche Berichterstattung.
 
1. FC Köln: Meister im Auslassen von Chancen
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Donnerstag, 21. Februar 2013

Josef Rabbertz und die Wahl

EHRE WEM EHRE GEBÜHRT (?) oder
Wie Josef Rabbertz zum beliebtesten Schiedsrichter Deutschlands wurde

„DFB Schiedsrichter“ nennt sich eine facebook-Gruppe mit 1068 „Gefällt mir“ Klicks und bezeichnet sich selbst in der Beschreibung als „Inoffizielle Seite für Fußball-Schiedsrichter und andere Interessierte“. 1068 ist nicht gerade eine überwältigende Zahl von Freunden, dies erreicht beispielsweise jeder zweite auf facebook beheimatete halbwegs pfiffige Jugendliche. Dass man in einer solchen Gruppe Abstimmungen prima lenken kann, wenn man es clever genug anstellt, zeigt sich am Beispiel der von „DFB Schiedsrichter“ geposteten Umfrage „Wer ist Deutschlands bester Schiedsrichter“. Nachdem die bekannten Namen Knut Kircher oder Wolfgang Stark die ersten Stimmen bekamen, hatte ein User aus dem Fußballkreis Düren die lustige Idee „unseren Josef Rabbertz“ vorzuschlagen.
 

Gesagt, getan - dann die richtigen Kommentare gepostet, die ersten Kumpels zum Abstimmen animiert und somit Josef Rabbertz schnell an die Spitze der Abstimmung gebracht. Jetzt brauchte die Umfrage nur noch in die richtigen Gruppen aus Jülich und Titz geteilt werden und der Abstand vom Leader Josef Rabbertz zum nächstplatzierten Knut Kircher erreichte Bayern-München-Verhältnisse.
Labbertz oder Rabbertz
„Leute, wer ist Josef Labbertz (Anm. des Schreibers: Nein, das „L“ anstatt des „R“ ist kein Tippfehler), und woher kennt ihr ihn. Ich selber hab' keine Ahnung“, fragte der sichtlich verzweifelter DFB-Schiedsrichter-Admin. Eine kurze Aufklärung, garniert mit meinem Aufruf: „Jawoll, Rabbertz und sonst keiner“ reichte, um die Verzweiflung perfekt zu machen. Die Stimmen für Josef Rabbertz erreichten inzwischen die Hundertergrenze. Verwirrt hakte der Admin nach: „Josef Rabbertz aus der Kreisklasse Düren ist laut 100 Leuten der beste Schiedsrichter Deutschlands. ist das euer Ernst?“

Das konnte so nicht stehen gelassen werden. Also habe ich ein fein formuliertes Posting hinterhergeschoben: „Lieber user 'DFB Schiedsrichter': Ich habe Josef Rabbertz in vielen Spielen pfeifen gesehen. Wer beobachtet, wie der alte Mann bei Wind und Wetter, bei Kreisliga- und auch bei Benefiz-Spielen Einsatz zeigt, der weiß, weshalb so viele ihn für den besten halten. Seine Regelauslegung ist manchmal vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig :-) aber immer unparteiisch und fair. Also, was für ein Problem habt ihr mit der Wahl von Josef Rabbertz?“
Die wahren Helden
Damit war der Kampf gewonnen, der Admin streckte resigniert die Waffen und kommentierte: „Oft sagen Funktionäre Sätze, wie: 'die Basis ist das Wichtigste, da spielen / pfeifen, die wahren Helden.' Also insofern geht die Wahl von Josef Rabbertz in Ordnung. ;)“
Na also, geht doch. Auch wenn der Admin mit dem Versuch einer Stichwahl zwischen Knut Kircher und Josef Rabbertz noch einen letzten Anlauf unternahm, einen bekannten Bundesliga-Schiedsrichter an die Spitze zu pushen, stand er dank der gnadenlos für Rabbertz votenden Jülicher und Titzer Sportsfreunde auf verlorenem Posten. Das amtliche (welches Amt damit gemeint ist, muss noch ausgesucht werden) Ergebnis lautet: Zu Deutschlands bestem Schiedsrichter wurde mit 194 Stimmen (Stand: 22.2.2013) Josef Rabbertz gewählt. Den zweiten Platz belegt abgeschlagen Knut Kircher mit 91 Stimmen, Platz drei geht an Wolfgang Stark mit 72 Stimmen.

Zurück in die Realität
So, nachdem der Spaß nun gelungen ist, soll aber auch ein Aktiver aus dem Fußballkreis Düren zu Wort kommen, der die Situation so schildert, wie sie die Jungs auf dem Platz Sonntag für Sonntag erleben: „Ne, ne, ne, also irgendwan muss Schluss sein und das war bei Jupp vor 15 Jahren! Für die Leute außerhalb des Spiels mag es lustig sein aber für die Jungs auf dem Feld heisst das Scheiß-Leistung ... Punkt! Sowas darf nicht sein, es werden auch in der Kreisklasse Meisterschaften ausgetragen.“ Recht hat er!
 
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Mittwoch, 1. August 2012

GEMEINDEPOKAL TITZ 2012

Am letzten Juli-Wochenende kämpften die vier Mannschaften aus der Gemeinde Titz wieder einmnal um den "Schlafcenter Haberl Gemeindepokal" und die damit verbundenen attraktiven Siegprämien.  Ausrichter war der Müntzer SV Malefinkbach.

HALBFINALE
Samstag 28.Juli.2012
Spvgg Jackerath/Opherten gegen SW Titz 3 : 5
SV Rödingen-Höllen gegen SV Malefinkbach 4 : 1

SPIEL um PLATZ 3
Sonntag 29. Juli 2012
Spvgg Jackerath/Opherten gegen SV Malefinkbach 3 : 4

FINALE
Sonntag 29. Juli 2012
SW Titz gegen SV Rödingen-Höllen 1 : 0


Fotos vom Endspiel 

Hilfe, da kommt ein Ball :-)


Eine der vielen von den Rödingern vergebenen Chancen in der ersten Halbzeit





Wer viel fummelt, fällt auch oft :-)



Sauberes Tackling
Jeder weiß, was hier passiert ist - nur der Schiedsrichter hat nichts gesehen. Einige Aktionen waren tatsächlich mehr als überflüssig, lieber xxx. 

Kurz vor dem unglücklichen Zusammenprall. Zum Glück nichts Schlimmes passiert.


Und schon wieder nicht im Tor ...


Nach der Pokalübergabe wieder friedlich vereint.


 
Bevor jemand kritisiert, dass der Bericht über das Endspiel in der Presse ziemlich negativ ausgefallen ist, weise ich darauf hin, dass es tatsächlich ein ziemlich schwaches Spiel war ;-)
Beide Trainer haben mir dies in Gesprächen nach dem Abpfiff bestätigt ...

Hier ist mein in den Jülicher Nachrichten und der Jülicher Zeitung veröffentlichter Bericht:

Müntz. Wie in den Vorjahren boten die Spiele um den Titzer "Schlafcenter Haberl" Gemeindepokal Teams und Trainern eine erste echte Gelegenheit, den Stand der Vorbereitung auf die neue Saison im Wettkampf zu überprüfen. Alle vier Mannschaften werden in der Kreisliga C mit dem erklärten Ziel „Aufstieg“ antreten. Die im Malefinkbach-Stadion gezeigten Leistungen dürfen allerdings nicht überbewertet werden, da viele Aktive noch nicht für einen Einsatz zur Verfügung standen.
Das erste im KO-Modus ausgetragene Halbfinale bestritten der Vorjahresfinalist Jackerath/Opherten und SW Titz. Ein wenig überraschend setzten sich die Schwarz-Weißen, die die Vorsaison lediglich als Tabellenvorletzter abgeschlossen hatten, hier mit 5:3 durch. Im zweiten Samstagsspiel deutete der Pokalverteidiger aus Rödingen-Höllen beim 4:1 Sieg gegen den Gastgeber SV Malefinkbach besonders in einer starken Schlussphase an, dass man die Titelverteidigung ins Visier genommen hatte.
Knapp wurde es am Sonntag beim Spiel um Platz drei. Die Müntzer Mannen vom Malefinkbach galten wegen des Heimvorteils als leichter Favorit und gewannen letztlich in einer spielerisch mäßigen Partie verdient mit 4:3 gegen die Spielvereinigung Jackerath/Opherten. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass beim Titzer Gemeindepokal im Finale immer alles möglich ist. Da der ansonsten stets favorisierte jeweilige Gastgeber diesmal bereits im Halbfinale gescheitert war, gab es zwischen den Rothosen vom Hundsbüchel und den Schwarz-Weißen aus Titz keinen eindeutigen Favoriten. Es entwickelte sich eine ausgeglichene Begegnung, in der beide Teams allerdings auf einem äußerst schwachen Niveau agierten. Keiner Mannschaft gelang es eine klare Linie in den Spielaufbau zu bekommen, nahezu jede Aktion war vom Zufall bestimmt. Nach knapp 20 Minuten hatte Titz die erste Großchance, die aber kläglich vergeben wurde. Wenig später machte es Mittelfeldakteur Ocken besser und spitzelte in der 28. Minute den Ball nach einem Mißverständnis in der Rödinger Abwehr mit der Fußspitze ins Tor. In der Folgezeit hatten die Rödinger mehrfach gute Chancen zum Ausgleich zu kommen, der durchaus verdient gewesen wäre. Die Torgelegenheiten wurden jedoch unkonzentriert verschenkt. Nach dem Wiederanpfiff gab es trotz deutlicher Ansprachen beider Trainer an ihre Teams keine Besserung. Das Spiel blieb zerfahren, deutliche Aktionen nach vorne oder ein systematischer Spielaufbau waren nicht zu erkennen. Nutzlose Einzelaktionen und schnelle Ballverluste prägten eine Halbzeit, in der sich der Schiedsrichter wenig souverän durch zunehmende Nickeligkeiten auf dem Spielfeld verunsichern ließ. Der Schlusspfiff war dann auch das Beste an einem Endspiel, das stark darunter gelitten hatte, dass beide Mannschaften auf viele Stammakteure verzichten mussten. Auch wenn eine echte Standortbestimmung so nicht möglich war, wurde allen vier Trainern deutlich, dass es bis zum Beginn der Saison noch viel Arbeit gibt.
Der stellvertretende Bürgermeister Dieter Tambour dankte dem Ausrichter für die perfekte Organisation des Turniers. „Im Grunde genommen haben wir vier Sieger“, sagte Ulrich Goebbels, der Vorsitzende des SV Malefinkbach, bei der Pokalübergabe und wies dankbar auf das besondere Engagement des Hauptsponsors hin: „Das Schlafcenter Haberl ermöglicht Siegprämien, die in dieser Klasse wirklich nicht üblich sind.“ (jago)
copyright Text und Fotos:
Max Günter Jagodzinska
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