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Montag, 6. Oktober 2014

SCHUSS - EIGENTOR - AUSWÄRTSNIEDERLAGE

Frankfurt – Teil zwei ...

Die erste Version des Textes hatte ich direkt nach dem Spiel geschrieben und dann erst Mal auf dem Rechner ruhen lassen. War auf jeden Fall besser so, da er jetzt jugendfrei ist. Aber dennoch bleibt der Einstieg wie im Original, da steckt die ganze emotionale Enttäuschung drin. Mann, was geht der mir auf den Senkel, dieser elende Knoten, wieso will der einfach nicht platzen? Fehlentscheidung zum Eckball und daraus resultiert dann auch noch das Eigentor. Was haben wir eigentlich verbrochen, dass solche Dinger immer gegen den FC laufen? Wieso passiert das nicht dem Frankfurter Anderson, als er in Peszkos Flanke reinrutscht, bevor Ujah das Ding zum Ausgleich versenken kann? Der hat das Glück und der Ball geht neben das Tor. Fragen, Fragen, Fragen … Wie sagte unser Trainer dierekt nach dem Spiel: „Es ist schon bitter, dass man so einfache Tore kriegt.“ Stimmt, verdammt bitter, Pitter (jaja, der musste jetzt sein). Und dann meinte er noch, dass das fahrlässig gewesen sei, wie man nach der Führung die Chancen liegen gelassen habe. Naja, ich fand es diesmal viel fahrlässiger, dass man in der Abwehr dem Meier zweimal so richtig schön Spalier gestanden hat. Wenn da so gearbeitet worden wäre, wie in den ersten fünf Saisonspielen, hätte es am Ende zu einem 2:1 Auswärtssieg gereicht. Schade, schade … Schluss mit hätte, wenn und wäre. Meldung an die Minutenzähler: Ihr könnt aufhören, der 1. FC Köln hat zwei Tore geschossen, eins davon sogar in der zweiten Halbzeit. Dazu fällt mir die alles erklärende Weisheit von Dietmar Hamann ein, die er als Sky-Experte vor dem Spiel zum Nichttoreschießen beim FC von sich gegeben hat: „Es ist nicht in ihrer DNA.“ Der hat das ernst gemeint, dieser „Experte“.


Und nun mal ganz ehrlich sein, wer hätte mit dieser Startelf gerechnet, mit beiden Verbannten der Vorwoche in der Spitze? Ich nicht. Simon Zoller hatte nun seine Chance, zu zeigen, dass er wirklich so gut ist, wie er es selbst von sich meint. Wenn der in Frankfurt gebotene Leistungsnachweis alles war, dann „Nacht Matthes, Simon“ (für Nichtkölner: dann reicht das nicht für die Bundesliga). Ganz anders sieht es, leider ohne das nötige Quäntchen Glück im Spiel, mit der Mannschaftsleistung aus. Die war am Samstag bis auf die Aussetzer in der Abwehr okay. Außer in der Partie gegen die Bayern hat man deutlich sehen können, dass der FC gegen jeden Gegner mehr als nur mithalten kann. Sieben Spieltage haben wir nun hinter uns, soll man jetzt wegen des Abrutschens in der Tabelle in Panik verfallen und so langsam beginnen, sich mit dem Abstieg abzufinden? Bei manchen Sprüchen, die nach Frankfurt zu lesen waren, hatte man echt den Eindruck, als wäre sowieso alles schon besiegelt. Support sieht anders aus, aber die meisten Anhänger stehen zum Glück zu ihrem FC. Die Nörgler gab's schon damals, als ich das erste Mal in der Kurve gestanden habe. Kann mich gut dran erinnern, an das Spiel gegen Panathinaikos Athen im November 1964. Da haben meine zarten Öhrchen Schimpfwörter aufgenommen, die ich bis dahin noch gar nicht gekannt hatte, als der Komianidis in der 5. Minute zum 1:0 für die Gäste getroffen hat. Auch das Motzen hat Tradition in Kölle.


Es soll kein Motzen sein, nur eine ganz vorsichtige Frage, die mich den ganzen Sonntag lang beschäftigt hat (war vorige Saison schon mal mein Thema): Hätte unser Timo Horn nicht irgendwie was machen können? Warum knallt der sich nicht im Fünfmeterraum mal etwas körperbetonter dazwischen? Soll er halt auch den eigenen Verteidiger mit abräumen, Hauptsache der Ball ist weg und wird nicht zum unkontollierbaren niederlagenbringenden Flugobjekt.


Und zum Abschluss präsentiere ich meinen „Drecksack des Spieltags“: Die Auszeichnung geht diesmal an … Tusch … den Bremer di Santo für seine Schauspieleinlage etwa in der 60. Minute, als er beim „hohen Bein“ des Freiburger Abwehrspielers überhaupt nicht getroffen wurde, sich dafür aber um so dramatischer mit beiden Händen an den Kopf fasste und zu Boden ging. Solche Szenen sind es, die für Aggressionen auf dem Spielfeld und auf den Rängen sorgen – „Fair geht vor“ kannste bei solchen Aktionen in die Tonne klopfen.
 
Max Günter Jagodzinska
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